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NABU NRW klagt gegen ´Himmelreich´

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NABU NRW klagt gegen ´Himmelreich´

Geplante Windkraftanlagen bei Marsberg gefährden Rotmilan, Wiesenweihe und Mornellregenpfeifer

Der NABU klagt gegen den Bau von 11 Windkraftanlagen im Stadtgebiet von Marsberg. Die Planung sei aus immissions-, arten- und landschaftsschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig. Unter anderem würde der Mornellregenpfeifer durch die Planung bedroht.

Windräder in der Hellwegbörde - Foto: Ralf Joest

Windräder in der Hellwegbörde - Foto: Ralf Joest

11. März 2016 - Der NABU NRW hat Klage gegen den Bau von 11 Windkraftanlagen im Stadtgebiet von Marsberg erhoben. „Die Planung ist aus immissions-, arten- und landschaftsschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Bereits im Vorfeld der Antragstellung des Windenergiebetreibers hätten die Naturschutzverbände in ihren Stellungnahmen zur 60. Änderung des Flächennutzungsplans auf den besonderen Wert der für die Errichtung der Windkraftanlagen vorgesehenen Fläche hingewiesen. Leider seien diese naturschutzfachlichen Hinweise völlig ignoriert worden.

Die Paderborner Hochfläche zwischen Marsberg, Meerhof und Essentho gehöre zu den wenigen noch nicht mit Windkraftanlagen verbauten Bereichen dieses Land-schaftsraums. Zudem sei das Gebiet als Bruthabitat verschiedener gefährdeter Vogelarten des Offenlandes wie Rotmilan, Wiesenweihe, Feldlerche und Wachtel sowie wegen seiner Bedeutung als wichtiges Rast- und Nahrungshabitat für gefährdete Limikolenarten wie dem Mornellregenpfeifer von herausragendem avifaunistischen Wert. „Das öffentliche Interesse an der Erhaltung dieses bedeutenden Landschaftsraums ist derart gewichtig, dass es nicht der geringen Vorteile eines einzelnen Windparks wegen aufgeopfert werden darf“, so Tumbrinck weiter.


Mornellregenpfeifer - Foto: Frank Derer

Mornellregenpfeifer - Foto: Frank Derer

Obwohl das erhebliche artenschutzrechtliche Konfliktpotenzial dem antragstellenden Anlagenbetreiber also bereits frühzeitig bekannt gewesen sein dürfte, wurde darauf in keiner Weise angemessen reagiert. „So ist das zugrundeliegende Datenmaterial des damit beauftragten Gutachters mangelhaft“, kritisierte Tumbrinck. Zum Teil seien einige Vogelarten laut Gutachter überhaupt nicht existent, Raumnutzungsanalysen insbesondere der vom Bau der Windkraftanlagen betroffen Greifvogelarten fehlten vollständig, Vorgaben des NRW-Leitfadens Windkraft und Artenschutz wurden ignoriert, drei Windkraftanlagen befänden sich gänzlich außerhalb des Untersuchungsraumes des artenschutzrechtlichen Gutachtens und auch die Untersuchungen zu den vorhandenen Fledermausarten seien unzulänglich. Tumbrinck: „Die Mängelliste lässt sich beliebig verlängern.“

Da der Bau der 11 Windkraftanlagen vom Hochsauerlandkreis bereits genehmigt wurde, stellte der NABU gleichzeitig Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz. Die Klage des NABU NRW gegen die 11 Windenergieanlagen erfolgt in enger Abstimmung und mit Unterstützung des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V., dem Kooperationspartner des NABU im Hochsauerlandkreis.

Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 3867379
Johannes Schröder, Verein für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V, mobil: 0170 1829548

 

Das neue Jahresprogramm

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Das neue Jahresprogramm der biologischen Station im HSK! 

http://www.biostation-hsk.de/images/Jahresprogramm_BS_HSK_2016.pdf

Wir freuen uns, Sie bei den Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!

 

Bedrohung Windenergie:

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Bedrohung Windenergie:

Riesen-Baustelle im Naturschutz  

Einleitung :

Die Nutzung regenerativer Energien muss deutlich ausgeweitet werden, da der Klimawandel auch die Ziele des Naturschutzes gefährdet.

 Deshalb müssen wir auch Windräder akzeptieren, obwohl sie auch immer einen Eingriff  in Natur, Landschaft und insbesondere eine Gefährdung von Großvögeln darstellen! 

Alles bitte mit Augenmaß und nicht mit dem Holzhammer! - So könnte man die Forderung des VNV sowie des Nabu bezüglich der Planung von Windkraftanlagen salopp auf den Punkt bringen. Dass die laufenden Planungen diesen Forderungen größtenteils absolut entgegen laufen, soll die – für unser Heft zugegeben ungewöhnlich reißerische Überschrift – deutlich machen. Es ist keine Panikmache, darauf hinzuweisen, dass wahrscheinlich schon in wenigen Jahren eine Vielzahl von Windrädern (die übrigens deutlich höher und größer sein werden als die heutigen) in unserem Kreis stehen wird – ob dies den Anwohnern passt oder nicht und in Kauf nehmend, dass dadurch lokale Populationen gefährdeter Vogel- und Fledermausarten sowie gefährdete Zugvögel dezimiert werden.  weiterlesen....   

 

Das Sauerland, bedeutendes Brutgebiet seltener Vögel

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Pressemitteilung des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V. (VNV)

 Ornithologen diskutierten über die Situation bedrohter Vogelarten im HSK 

Das Sauerland ist für eine Reihe seltener Vogelarten ein wichtiges Brutgebiet. Dies wurde wieder einmal deutlich beim Jahrestreffen der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des Vereins für Natur- und Vogelschutz (VNV) im Kloster Bredelar in Marsberg-Bredelar. Hier kamen am vergangenen Samstag über 20 Ornithologinnen und Ornithologen aus dem gesamten HSK zusammen und diskutierten die Ergebnisse ihrer Bestandsaufnahmen der Brutsaison des vergangenen Jahres, die sie in ehrenamtlicher Kartiertätigkeit gewannen. Den Brutbestand von über 50 ausgewählten Vogelarten erfassen die Vogelkundler alljährlich im gesamten Hochsauerlandkreis.

 

Dabei kam heraus: Vögel, die noch vor einigen Jahrzehnten im Sauerland ausgestorben oder extrem selten waren, sind nun wieder kreisweit verbreitet – dank konsequenter Naturschutzmaßnahmen. Vom Schwarzstorch, anders als der verwandte Weißstorch ein scheuer Waldvogel, brüten über 30 Brutpaare im HSK; allein 2013 wurden insgesamt 27 Jungvögel nachgewiesen. Der Kolkrabe, unsere größte Singvogelart und nicht zu verwechseln mit der Rabenkrähe, ist wieder in allen großen Wäldern von Arnsberg bis Marsberg zu finden. Deutschlandweit bedeutsam ist das sauerländische Brutvorkommen des Rotmilans, volkstümlich Gabelweihe genannt. Von diesem majestätischen Greifvogel gibt es kreisweit 170 – 190 Brutreviere. Und auch das dumpfe „uhu uhu“ der größten europäischen Eulenart ist in allen Stadtgebieten zu hören – der Uhu besiedelt neben Steinbrüchen natürliche Felsen, brütet aber auch an geschützten Stellen am Boden. Von Natur aus selten, aber immerhin mit fünf Brutpaaren, kommt der Wanderfalke vor. Allein drei Paare brüten an den Fernmeldetürmen Hunau (Schmallenberg), Allenberg (Brilon) und Stimmstamm (Meschede), wo die Naturschützer des VNV in Absprache mit den Betreibern Nisthilfen installierten. Hier sind die Küken der seltene Greifvogelart sowohl vor natürlichen Feinden als auch dem Menschen optimal geschützt.

 

Aber nicht nur Positives gab es zu berichten. Sorgenvoll blicken die Vogelkundler auf die negative europaweite Bestandsentwicklung einiger früher weit verbreiteter Arten, die auch vor dem Sauerland nicht halt macht: Das Braunkehlchen ist nur noch an sehr wenigen Plätzen in der Medebacher Bucht zu finden. Dieser Wiesenvogel kommt, ebenso wie der gleichfalls vom Aussterben bedrohte Raubwürger, nicht mit der intensiven Landwirtschaft zurecht. Immerhin sind in Naturschutzgebieten des HSK, vor allem im Raum Medebach/Hallenberg, noch von beiden Arten Restbestände vorhanden, die überregional bedeutsam sind. Und selbst frühere Allerweltsarten wie die Feldlerche sind überall zurückgegangen bzw. brüten in einigen Gebiete nicht mehr. Um den Abwärtstrend der Feld- und Wiesenvögel zu stoppen, wäre ein Umdenken in der Landwirtschaft dringend geboten. „Leider sieht es danach überhaupt nicht aus“, so ist der VNV-Vogelkundler Harald Legge pessimistisch. „Im Gegenteil, unter anderem durch die auch unter Klimagesichtspunkten sehr fragwürdigen Biogasanlagen wird die Bewirtschaftung der Felder immer intensiver.“

 

Ursachen für Negativtrends, die nicht bei uns in den Brutlebensräumen liegen, bedrohen beispielsweise Turteltaube, Gartenrotschwanz und Kuckuck. Alle drei Arten könnten in den kommenden Jahren aus dem Sauerland verschwinden. Sie haben vermutlich unter dem Klimawandel zu leiden. Bei der Turteltaube kommt hinzu, dass sie in allen Mittelmeerländern einschließlich Frankreich intensiv bejagt wird, und dies teilweise legal.

 

Auch für die Brutsaison 2014 haben sich die ehrenamtlichen Vogelkundler des HSK viel vorgenommen. Auch dann werden ausgewählte Arten genau unter die Lupe genommen und deren Brutverbreitung möglichst genau ermittelt. Dadurch erhofft sich der VNV Aussagen über die Notwendigkeit oder den Erfolg von Schutzbemühungen.

   

 

„Braunkehlchen“:

 Die Ornithologen des VNV hoffen, dass das Braunkehlchen auch weiterhin im Sauerland zur Brut schreiten wird. Durch das Verschwinden von Feuchtwiesen sind sie extrem selten geworden. 

 

 
 
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