Pressemitteilung des
„Vereins für Natur- und Vogelschutz im HSK e.V.“ (VNV)
Vielseitiges Engagement im Naturschutz
- Verein für Natur- und Vogelschutz zog Resümee
Vom Spätsommer bis in das Frühjahr alle 14 Tage ein samstäglicher Arbeitseinsatz auf Naturschutzflächen im gesamten HSK, regelmäßige Exkursionen und Vorträge für die Öffentlichkeit, intensive Mitarbeit im Landschaftsbeirat des Kreises, erfolgreiche Projektarbeit in Arbeitsgruppen wie der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft – die Liste der rein ehrenamtlichen Aktivitäten des Vereins für Natur- und Vogelschutz (VNV) ist lang. Auf der Jahreshauptversammlung des kreisweit aktiven Naturschutzvereins am 17. April 2010 in Bestwig zog der VNV-Vorstand vor Vereinsmitgliedern und interessierten Besuchern ein positives Resümee seiner vielfältigen Arbeit des vergangenen Jahres.
Messbar ist das ehrenamtliche Engagement für die Sauerländer Natur in vielen Naturschutzgebieten, die der Verein betreut und wo er seit Jahren regelmäßige Pflegeeinsätze durchführt: Auf den Kalkmagerrasen im Raum Marsberg-Brilon findet eine Vielzahl von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum und ist dort teilweise in hohen Individuendichten bzw. Exemplaren zu finden. Der langjährige und einstimmig wiedergewählte 1. Vorsitzende Bernhard Koch aus Arnsberg dazu: „Auf solchen wertvollen Flächen ahmen wir die traditionelle, historische Bewirtschaftung nach; meist wird mit Schafen und Ziegen extensiv beweidet und im Winter aufkommender Schwarzdornaufwuchs in schweißtreibender Arbeit entfernt. Hier gibt es keinen Kunstdünger, hier wird kein Gift verspritzt, wie es in der konventionellen Landwirtschaft heute üblich ist.“ Die Unterschiede sind frappierend: Während auf Flächen der intensiven Landwirtschaft nur noch wenige Allerwelts-Arten zu finden sind, stehen in den VNV-Schutzgebieten nicht selten flächendeckend Orchideen und Enziane, es gibt ein reichhaltiges Insektenleben – zurückzuführen allein auf naturschutzgerechte Beweidung und vor allem den Verzicht auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel. So sieht es auch in den Feuchtwiesen aus, die der VNV betreut, z. B. im Seufzertal bei Arnsberg, im Raum Winterberg und in der Medebacher Bucht. Koch: „Das Braunkehlchen, früher ein häufiger Wiesenbewohner, kommt heute nur noch in Schutzgebieten vor. In solchen Feuchtwiesen wird erst gemäht, wenn die Vogeljungen ausgeflogen sind.“ Der VNV sorgt also dafür, dass besonders solche Arten eine Überlebenschance haben, die in unserer von industrieller Landwirtschaft geprägten Landschaft nicht klar kommen.
Ein Problem, was seit den letzten Jahren, aber besonders in den vergangenen Monaten immer wieder auftritt, beschrieb Johannes Schröder aus Marsberg-Bredelar: Vor dem Hintergrund der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflicht werden regelmäßig exzessiv alte Baumbestände entlang von Rad- und Wanderwegen gefällt, sogar in Naturschutzgebieten. „Klar ist, dass nicht standsichere Bäume gefällt werden müssen, von denen eine Gefährdung für die Bevölkerung ausgeht“, so Schröder. „Radikal auch gesunde Bäume zu fällen, um in den nächsten 10 Jahren keine Baum-Inspektionen mehr durchführen zu müssen – so geschehen in mehreren Naturschutzgebieten um Brilon – stellt aber einen Eingriff in das Schutzgebiet dar.“ Auch bei Marsberg-Obermarsberg versucht der VNV derzeit, derartiges verhindern – in letzter Minute, denn entlang eines Wanderweges sind schon –zig gesunde, Jahrhunderte alte Buchen markiert, die wegen der Verkehrssicherung verschwinden sollen. Schröder weiter: „Wir führen intensive Gespräche mit den Verantwortlichen und sind hoffentlich auf einem guten Wege, diesen und weitere Eingriffe in alte, ökologisch wertvolle Baumbestände in Zukunft zu minimieren.“
Vor dem Hintergrund der vielfältigen und guten geleisteten Arbeit der vergangenen Wahlperiode sprachen die VNV-Mitglieder dem engen und erweiterten Vorstand erneut ohne Gegenstimmen das Vertrauen aus. Erfreulich ist, dass sich auch neue Aktive für den erweiterten Vorstand gewinnen ließen, sich für den Erhalt der Natur zu engagieren: Franz Giller aus Marsberg-Giershagen, Klaus Hanzen aus Brilon-Alme, Friedhelm Schnurbus aus Medebach, Lars Dietrich aus Meschede-Wehrstapel und Michael Schneider aus Finnentrop-Fehrenbracht.
Weitere Interessierte an der Sauerländer Natur sind herzlich willkommen, bei der Naturschutzarbeit des VNV mitzuarbeiten oder den Verein passiv als Mitglied zu unterstützen. Weitere Infos: www.vnv-hsk.de