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Das Sauerland, bedeutendes Brutgebiet seltener Vögel

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Pressemitteilung des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V. (VNV)

 Ornithologen diskutierten über die Situation bedrohter Vogelarten im HSK 

Das Sauerland ist für eine Reihe seltener Vogelarten ein wichtiges Brutgebiet. Dies wurde wieder einmal deutlich beim Jahrestreffen der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des Vereins für Natur- und Vogelschutz (VNV) im Kloster Bredelar in Marsberg-Bredelar. Hier kamen am vergangenen Samstag über 20 Ornithologinnen und Ornithologen aus dem gesamten HSK zusammen und diskutierten die Ergebnisse ihrer Bestandsaufnahmen der Brutsaison des vergangenen Jahres, die sie in ehrenamtlicher Kartiertätigkeit gewannen. Den Brutbestand von über 50 ausgewählten Vogelarten erfassen die Vogelkundler alljährlich im gesamten Hochsauerlandkreis.

 

Dabei kam heraus: Vögel, die noch vor einigen Jahrzehnten im Sauerland ausgestorben oder extrem selten waren, sind nun wieder kreisweit verbreitet – dank konsequenter Naturschutzmaßnahmen. Vom Schwarzstorch, anders als der verwandte Weißstorch ein scheuer Waldvogel, brüten über 30 Brutpaare im HSK; allein 2013 wurden insgesamt 27 Jungvögel nachgewiesen. Der Kolkrabe, unsere größte Singvogelart und nicht zu verwechseln mit der Rabenkrähe, ist wieder in allen großen Wäldern von Arnsberg bis Marsberg zu finden. Deutschlandweit bedeutsam ist das sauerländische Brutvorkommen des Rotmilans, volkstümlich Gabelweihe genannt. Von diesem majestätischen Greifvogel gibt es kreisweit 170 – 190 Brutreviere. Und auch das dumpfe „uhu uhu“ der größten europäischen Eulenart ist in allen Stadtgebieten zu hören – der Uhu besiedelt neben Steinbrüchen natürliche Felsen, brütet aber auch an geschützten Stellen am Boden. Von Natur aus selten, aber immerhin mit fünf Brutpaaren, kommt der Wanderfalke vor. Allein drei Paare brüten an den Fernmeldetürmen Hunau (Schmallenberg), Allenberg (Brilon) und Stimmstamm (Meschede), wo die Naturschützer des VNV in Absprache mit den Betreibern Nisthilfen installierten. Hier sind die Küken der seltene Greifvogelart sowohl vor natürlichen Feinden als auch dem Menschen optimal geschützt.

 

Aber nicht nur Positives gab es zu berichten. Sorgenvoll blicken die Vogelkundler auf die negative europaweite Bestandsentwicklung einiger früher weit verbreiteter Arten, die auch vor dem Sauerland nicht halt macht: Das Braunkehlchen ist nur noch an sehr wenigen Plätzen in der Medebacher Bucht zu finden. Dieser Wiesenvogel kommt, ebenso wie der gleichfalls vom Aussterben bedrohte Raubwürger, nicht mit der intensiven Landwirtschaft zurecht. Immerhin sind in Naturschutzgebieten des HSK, vor allem im Raum Medebach/Hallenberg, noch von beiden Arten Restbestände vorhanden, die überregional bedeutsam sind. Und selbst frühere Allerweltsarten wie die Feldlerche sind überall zurückgegangen bzw. brüten in einigen Gebiete nicht mehr. Um den Abwärtstrend der Feld- und Wiesenvögel zu stoppen, wäre ein Umdenken in der Landwirtschaft dringend geboten. „Leider sieht es danach überhaupt nicht aus“, so ist der VNV-Vogelkundler Harald Legge pessimistisch. „Im Gegenteil, unter anderem durch die auch unter Klimagesichtspunkten sehr fragwürdigen Biogasanlagen wird die Bewirtschaftung der Felder immer intensiver.“

 

Ursachen für Negativtrends, die nicht bei uns in den Brutlebensräumen liegen, bedrohen beispielsweise Turteltaube, Gartenrotschwanz und Kuckuck. Alle drei Arten könnten in den kommenden Jahren aus dem Sauerland verschwinden. Sie haben vermutlich unter dem Klimawandel zu leiden. Bei der Turteltaube kommt hinzu, dass sie in allen Mittelmeerländern einschließlich Frankreich intensiv bejagt wird, und dies teilweise legal.

 

Auch für die Brutsaison 2014 haben sich die ehrenamtlichen Vogelkundler des HSK viel vorgenommen. Auch dann werden ausgewählte Arten genau unter die Lupe genommen und deren Brutverbreitung möglichst genau ermittelt. Dadurch erhofft sich der VNV Aussagen über die Notwendigkeit oder den Erfolg von Schutzbemühungen.

   

 

„Braunkehlchen“:

 Die Ornithologen des VNV hoffen, dass das Braunkehlchen auch weiterhin im Sauerland zur Brut schreiten wird. Durch das Verschwinden von Feuchtwiesen sind sie extrem selten geworden. 

 

 
 

Naturschutz und Waldwirtschaft

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Das Thema Waldwirtschaft in Verbindung mit der Verkehrssicherungspflicht, Totholznutzung und dem Thema Höhlenbäumen in und außerhalb von Naturschutz- und FFH-Gebieten hat in den letzten Jahren bundesweit an Bedeutung gewonnen, da offensichtlich der Wirtschaftlichkeitsaspekt immer wichtiger ist und die Nachfrage nach Energieholz steigt. Selbst im Staatswald, in Naturschutz- und FFH-Gebieten und auch Nationalparks wird vor hoch schützenswerten Waldbeständen und Totholz kein Halt gemacht.

Auch im Hochsauerland beobachten wir, dass selbst in unseren Buchenwald-FFH-Gebieten Naturschutzaspekte durch den Forst ignoriert, oder zumindest sehr stiefmütterlich behandelt werden

        

Forstarbeiten im FFH-Gebiet                          Gefällter Höhlenbaum 

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