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Nisthilfen sind beliebte Winterquartiere

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             Nisthilfen sind beliebte Winterquartiere

NABU empfiehlt Reinigung auf nächstes Frühjahr zu

verschieben.

Natürliche Winterquartiere im Garten dulden

 

Der NABU bittet Gartenbesitzer, jetzt keine Nistkästen mehr zu säubern und natürliche Winter- 

quartiere im Garten von Aufräumarbeiten zu verschonen. Wer die Nistkastenreinigung bisher

verpasst habe, sollte nun besser bis zum nächsten Frühjahr warten.  

Holznistkasten - Foto: Helge May

Holznistkasten - Foto: Helge May

16. November 2012 - Der Nutzen der alten Nester sei derzeit größer, als ein etwaiger Schaden durch Übertragung von Parasiten. „Problemlos können jetzt aber noch Nistkästen aufgehängt werden, um der heimischen Tierwelt bei der Überwinterung zu helfen“, so Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Neben Blaumeise und Co suchten viele Arten im Winter Schutz in künstlichen Nisthilfen.


Sobald der Herbst komme, richteten sich nämlich viele Kleintiere, darunter nützliche und bedrohte Arten, für das Winterhalbjahr in Vogelnistkästen ein. Dazu zählen Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen und Säugetiere wie verschiedene Mäusearten und Fledermäuse. Manchem Vogel könne die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. „Vögel haben eine höhere Körpertemperatur als Säuger. Sie liegt zwischen 39 und 42 Grad. Um diese vergleichsweise hohe Temperatur zu halten, verbrennen die Vögel viel Körperfett. Dadurch verlieren sie Gewicht und sind oft geschwächt. Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen da zum Verhängnis werden“, erklärt Jellinghaus. Der Spatz baue deshalb regelrechte Winternester, in die er sich bei Frost einkuschelt. Von Zaunkönigen wisse man, dass sie sich im Winter gegenseitig in Nistkästen wärmen.

        Rittersporn 'Frühschein'                    Haselmäuse schlafen im Vogelnistkasten - Foto: Herbert Buchholz 

Ob Meisen, Rotschwänze und Stare oder auch Eichhörnchen und Schmetterlinge - selbst die wetter-beständigsten Outdoor-Profis schätzen eine warme Schlafstube. „Wer also noch einen Nistkasten im Keller hat, sollte ihn jetzt aufhängen“, so der NABU-Vogelexperte. Der Kasten sollte dazu in zwei bis drei Meter Höhe aufgehängt werden. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten sei ideal, so vermeide man zu starke Sonnenbestrahlung während der nächsten Brutzeit. Zudem sollte das Einflugloch nicht zur Wetterseite zeigen. Zur Befestigung an Bäumen eignen sich rostfreie Alu-Nägel oder feste Drahtbügel, die den Baum nicht schädigen. Besonders wichtig: Damit Katzen und Marder nicht zugreifen können, sollten möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen gewählt werden.

Gartenbesitzer bittet der NABU zudem wenigstens in einigen Ecken ihres Gartens natürliche Winter-quartiere von den Aufräumarbeiten zu verschonen. Die hohlen Blütenstängel der Staudenpflanzen seien ein ideales Überwinterungsquartier für zahlreiche Insekten, darunter winzig kleine Wildbienen, Ohrwürmer und andere Tiere. So haben hier überwinternden Kleintiere auch ohne künstliche Nisthilfen eine Chance, die kalten Monate zu überleben. Dies käme nicht nur den Überwinterungsgästen und Brutvögeln im nächsten Jahr zugute, sondern auch den Gartenfreunden selbst: Ohrwürmer beispielsweise regulieren in ihrem Jagdrevier den Bestand der Schadinsekten und Wildbienen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0175/ 45 31 628