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Stellungnahme zum LP-Arnsberg

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Stellungnahme zur Neuaufstellung des Landschaftsplanes Arnsberg

 

Einige VNV-Mitglieder erstellten im April 2019 die gemeinsame Stellungnahme der anerkannten Naturschutzverbände Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Neuaufstellung des Landschaftsplanes Arnsberg.

 

Der VNV selbst ist Mitglied in der LNU und verfasst Stellungnahmen in der Regel für die drei Verbände. Der erste Landschaftsplan Arnsberg wurde 1998 rechtsgültig und wird gerade überarbeitet. Bei unserer Stellungnahme 1997 war der VNV ziemlich unzufrieden mit der damals vorgelegten Fassung. Der VNV forderte zahlreiche weitere Naturschutzgebiete. Bei der Offenlegung 2019 sind nun alle 1997 geforderten Naturschutzgebiete im Plan enthalten. In der aktuellen Stellungnahme schlugen wir nur zwei Vergrößerungen von geplanten Naturschutzgebieten vor.

 

Das geplante Naturschutzgebiet NSG Schlossberg-Osthang, sollte wie auch vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen LANUV im Biotopkataster vorgeschlagen, nicht nur den Osthang umfassen, sondern den gesamten Schlossberg, in der Abgrenzung des Biotopkatasters.

 

Die letzten noch nicht sanierten Burgmauer-Abschnitte stellen wertvolle Lebensräume ruinenbewohnender Mollusken (Schnecken) sowie für typische Mauerfugenvegetation dar. Der westliche, von Hangwäldern dominierte Teil des Schlossberges weist im unteren Bereich Steilböschungen mit ehemaligen Steinbrüchen und Felswänden z.T. mit Mauerfugengesellschaften auf.

 

Das beeindruckende Mauerrauten-Vorkommen an der Mauer der Südostseite, dürfte zu einem der größten Vorkommen des Naturraums zählen. Die unsanierten Ruinenmauern sind wichtige Ausbreitungszentren für Mauerfarne. Bislang wurden in diesem Gebiet 29 Molluskenarten nachgewiesen. Darunter befinden sich zwei extrem seltene und zwei seltene Molluskenarten. Auch Nachweise der FFH-Art Schlingnatter liegen für das vorgeschlagene NSG Schlossberg vor. Der Schlossberg ist vor allem für die Molluskenfauna von überregionaler Bedeutung und sollte daher als NSG ausgewiesen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzung der Schlossbergruine, vor allem für touristische Zwecke, sollten hier spezielle Regelungen festgesetzt werden, welche die alten Burgmauern in ihrer jetzigen Form schützen und erhalten.

 

Das geplante NSG Luerwald - Bieberbach, sollte um einen Laubholzbestand aus hauptsächlich Pappeln ( bereits Bestandteil vom Vogelschutzgebiet Luerwald - Bieberbach), ergänzt werden. Hier ist u.a. der Grünspecht Brutvogel.

 

Insgesamt stellt der vorgelegte Entwurf einen großen Fortschritt für den Naturschutz da. Es wird, wie bei allen bisherigen Landschaftsplänen im HSK, darauf ankommen wie dieser umgesetzt wird. Findet wirklich eine Kontrolle der Einhaltung der festgelegten Vorschriften bzw. eine Sanktionierung von Fehlverhalten statt oder eben nicht?