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Wanderfalkenbewachung

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(von W. Schubert)               

Plötzlich ist er da! Wie aus dem Nichts des wolkigen Himmels schießt er plötzlich am Bornstein, dem höchsten Felsen des Naturschutzgebiets  "Bruchhauser Steine", vorbei.  Seine langgezogenen Rufe, das Lahnen, begleiten ihn dabei. Lange war sein Ruf im Sauerland, ja in ganz Nordrhein -Westfalen, verstummt. Zuletzt brütete er 1969 in diesem Schutzgebiet bei Olsberg - Bruchhausen, dem besten Brutplatz in Nordrhein -Westfalen. Umweltgifte, Taubenzüchter und ein boomender Klettersport hatten ihm den Garaus gemacht. In der Zeit zwischen 1950 und 1970 sind im Hochsauerlandkreis insgesamt 13 Brutplätze bekannt geworden, l bis 5 Paare dürften pro Jahr zur Brut geschritten sein. 

Eine Bestandsaufnahme des Vereins für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V. (VNV) aus dem Jahr 1989 zeigte, dass die meisten Plätze für den Wanderfalken nicht mehr als Brutplatz in Frage kamen. 

Freizeiteinrichtungen oder der Gesteinsabbau und die Wiederbewaldung von Felsen machten die ehemaligen Brutplätze unbrauchbar. Also, Wanderfalke auf immer ade? Die Erfolge anderer Wanderfalkenschützer in Baden - Württemberg und in Hessen hatten die Hoffnung geweckt, dass es auch bei uns zu einer natürlichen Wiederansiedlung kommen könnte. Am 17.3.1989 machten Ornithologen erstmals wieder ein  Wanderfalkenpaar aus. 

Die aktiven Wanderfalkenschützer aus Baden-Württemberg hatten uns vorgemacht, was zu tun war. Innerhalb von 14 Tagen wurde eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung organisiert. Eigens wurden Fernmeldekabel verlegt und für eine Funkverständigung zur HSK - Leitzentrale, Handfunksprechgeräte,  Spektive usw. besorgt.