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Das Projekt "Rotes Höhenvieh"

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Unsere Kulturlandschaft im Sauerland ist das Ergebnis der jahrhundertelangen landwirtschaftlichen Nutzung durch den Menschen und sein Weidevieh.

Landschaft und Weidevieh haben sich in wechselseitiger Abhängigkeit entwickelt.

Dies erklärt die Entstehung von Gebirgs- und Niederungsvieh, welches an die jeweiligen besonderen Bedingungen angepaßt ist.

Die Intensivierung der Tierhaltung und Züchtung führte zu einer Verdrängung des Roten Höhenviehs seit den 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Durch Einkreuzung des eben­falls einfarbig roten Anglerrindes, einem roten Nie­derungsvieh, erhöhte man die Milchleistung. Der letzte reinrassige Höhenviehbulle wurde bis 1964 zur Zucht ein­gesetzt. Reinrassige Tiere gibt es heute nicht mehr. Im Hochsauerlandkreis dominiert heute das hochgezüchtete Rot- und Schwarzbunte Milchvieh sowie verschiedene Fleischrinderrassen.

Das Rote Höhenvieh war ein klassisches Drei­nutzungsrind. Es lieferte Milch und Fleisch. Sehr geschätzt waren seine Spanndienste. Es wurde als Zugtier zum Pflügen, zum Ziehen von Wagen und sogar zum Holzrücken eingesetzt.

Robust - Genügsam - Fruchtbar

Das Rote Höhenvieh zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus, wie z.B.:

- gute Konstitution

- hohe Fruchtbarkeit

- gute Muttereigenschaften

- hervorragende Fleischqualität

- Genügsamkeit

- Langlebigkeit

- Leichtkalbigkeit

- besondere Widerstandskraft

Durch den Verlust alter Haustierrassen würden unwieder­bringlich wertvolle Erbanlagen verloren gehen. Daher ist der Erhalt dieses alten Kulturgutes auch eine Investition in die Zukunft.

Auszug aus der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen

Kategorie

Rinderrasse

1. alarmierend

-Limpurger

-Glanvieh

-Rotes Höhenvieh

-Murnau-Werdenfelser -Vogtländer-Rotvieh

2. gefährdet

-Hinterwälder

-Deutsches Shorthorn

3. kritisch

-Vorderwälder

-Original Braunvieh

-Original Schwarzbunte

4. bedenklich

-Pinzgauer

-Angler

-Frankenvieh

Quelle: Arche Nova, Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.

Das Rote Höhenvieh wird heute in der höchsten Stufe der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen geführt. Insgesamt gibt es nur noch rund 300 Tiere in Deutschland.

Die Rückkehr des Roten Höhenviehs ins Sauerland

Anfang der 70er Jahre dieses Jahrhunderts war die Verdrängung des Roten Höhenviehs weitgehend vollen­det. Es gab in Westfalen und im angrenzenden Hessen lediglich noch Einzeltiere.

Der Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs e.V. in Hessen bemüht sich seit Anfang der 80er Jahre, diese Rasse durch gezielte Zucht zu erhalten.

Der Verein für Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis e.V. engagiert sich seit über 10 Jahren für den Schutz und die Pflege gefährdeter Lebensräume im Hochsauerlandkreis.

Zur Pflege der ehemals vom Roten Höhenvieh beweideten Feuchtgrünländer und Magerweiden wurde 1990 mit Hilfe der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege durch befreundete Landwirte eine Herde von 5 Tieren ange­kauft. Inzwischen hat sich die Anzahl erhöht.

Das Rote Höhenvieh als Mitarbeiter im Naturschutz

Das Rote Höhenvieh wird z.Zt. in zwei Natur­schutzgebieten im Hochsauerlandkreis eingesetzt. Im "Hemmeker Bruch" bei Brilon-Madfeld wird Feuchtgrünland beweidet, um den Lebensraum für bedrohte Wiesenvögel wie Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper zu erhalten. Die z.T. brachgefallenen Flächen wurden seit rund 15 Jahren nicht mehr genutzt.

Im Naturschutzgebiet "Auf der Wiemeke" bei Marsberg-Qbermarsberg werden steile heckenreiche Magerweiden bewirtschaftet. Die Beweidung dient dem Erhalt und der Förderung artenreicher Grünländer mit Knöllchen-Stein-brech (Saxifraga granulata) und Gefingertem Lerchensporn (Corydalis solida).

Das Rote Höhenvieh ist außerdem im Wildwald auf dem Haarhof und im Voßwinkeler-Schee bei Arnsberg zu sehen.

Der Auftrieb erfolgt Anfang Mai, der Abtrieb je nach Witterung ab Mitte November. Eine Aufstallung ist notwendig um die schutzwürdigen Flächen im Winter nicht zu zerstören.

Weitere Landwirte gesucht!

Die Rasse eignet sich sehr gut zur Mutterkuhhaltung vor allem auf Grenzertragsstandorten. Daher sollte das Rote Höhenvieh durch den Strukturwandel der Landwirtschaft im Sauerland wieder gute Chancen haben.

Der Verein für Natur- und Vogelschutz sucht Landwirte, die die Rasse zur Bewirtschaftung ihrer Flächen wieder einsetzen und durch Zucht zum Erhalt beitragen wollen.

Aufgrund der Robustheit und ihrem ruhigen Weideverhalten eignet sich die Rasse gut für eine arbeitsextensive Viehhaltung und ist deshalb auch für Nebenerwerbslandwirte geeignet.

Wir brauchen ....

....interessierte Menschen, die die Haltung und Weiterverbreitung des Roten Höhenviehs im Sauerland unter­stützen.

Bitte fördern Sie das Projekt durch weitersagen und Kontakt zu interessierten Landwirten

Kennwort Rotes Höhenvieh

Kontaktadresse:
 Johannes Schröder,
 
Zur Osterwiese 56
 34431 Marsberg-Bredelar,
 Tel.-Nr.: 0299l/l599, Fax: 02991-79333