2003-OAG

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Jahresbericht der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) für das Jahr 2003

 Auch in der Brutsaison 2003 haben die Mitarbeiter der OAG wieder zahlreiche Brutdaten ausgewählter Vogelarten zusammengetragen, um ein möglichst genaues Bild über ihre Brutverbreitung im HSK zu erhalten. Darüber hinaus wurden beispielsweise die Winterreviere des Raubwürgers und Angaben über Trupps, Zug- und Winterdaten des Rotmilans gesammelt. Von letztgenannter Art gibt es diesbezüglich nämlich noch überregional Wissenslücken.

Die OAG bittet alle Leser, Brutzeitbeobachtungen folgender Vogelarten aus dem Jahr 2004 an sie zu melden: alle Arten, deren HSK-Verbreitung in diesem Artikel beschrieben wird; des weiteren die auf dem OAG-Jahrestreffen im Januar 2004 neu aufgenommenen Arten

  Höckerschwan

  Kanadagans

  Nilgans

  Haselhuhn

  Schwarzspecht

  Schafstelze

 Datum der Beobachtung/ des Beobachtungszeitraums, genaue Angaben zur Anzahl der beobachteten Tiere bzw. zur Qualität der Beobachtung Bsp: 12.05.2004: 15,0 Kiebitz balzend Gebiet x, keine späteren Kontrollen 3.5. - 4.6.04: 1 Kuckuck regelmäßig rufend Gebiet z  2004: 30 Reviere/ Brutpaare Wiesenpieper Gebiet y, davon 5 Brutnachweise 2004: 1 BP Rotmilan Gebiet a, Horst in alter Buche

Auch Negativmeldungen, d. h. wenn eine in den Vorjahren in einem Gebiet vorkommende Brutvogelart dort nun nicht mehr beobachtet werden konnte, sind sehr wichtig, um eventuell abnehmende Bestandstrends dokumentieren zu können.

Nur durch umfangreiches Datenmaterial, wie es in den vergangenen zwei Jahrzehnten im HSK zusammengetragen worden ist, sind fundierte Aussagen über Verbreitung, Rückgang oder Zunahme einer Vogelart möglich.

Der VNV freut sich auf Ihre Mitarbeit!


Ergebnisse der Bestandsaufnahmen genauer erfasster Arten
für das Jahr 2003

 

 

·


      Zwergtaucher (Erfassungsgrad: 90 %):

Der Brutbestand des Zwergtauchers nimmt im Sauerland weiter zu. Besonders auf der Ruhr um Arnsberg ist die Zahl der Brutpaare hoch. Allerdings ist der Hauptbrutplatz, der Ruhrstau Hüsten, nach Abriss des Wehres im Zuge der „Durchlässigkeit der Ruhr“ wahrscheinlich als Brutplatz für die Art verloren gegangen.

 

Völlig unerwartet ist ein zweiter Brutplatz im oberen Sauerland, nämlich auf den Klärteichen der Kläranlage Schmallenberg.

 

Bruten im HSK: 2003 mind. 10 BP (1999: keine Brut, 2000: 3BP, 2001: 5 BP, 2002:
5 BP.

 

 

·      Haubentaucher (100%): Der Brutbestand 2003 beläuft sich auf insgesamt 65 BP im HSK (2002: 46-48 BP). Der Bruterfolg war insgesamt negativ, v. a. wegen Wasserablassung an Talsperren/ trockenes Wetter und Störungen durch Angler. Die BP verteilen sich wie folgt:

 

     16 BP mit 12 juv. + 5 einzelne Nichtbrüter Sorpesee (2002: 18 BP)

 

     22 BP mit 1 x 3 juv. + 2 x 4 juv. Hennesee + 4 einzelne Nichtbrüter (2002: 9 BP mit 23              juv.). Wie in den Vorjahren wurde auch 2003 während der Brutzeit Wasser       abgelassen.

 

     21 BP + 5 einzelne Nichtbrüter Diemelsee (2002: 15 - 18 BP)

 

       4 BP (kein Bruterfolg wegen Störungen durch Angler) Baggerseen bei Marsberg-       Westheim (2002: 3 BP mit 1x3 juv.)

 

       2 BP mit 4 juv. VEW-Stausee Olsberg

 

keine Brut 2003: Ruhrstau Bigge-Olsberg (2002: 1 BP mit 2 juv.)

 

 

·      Graureiher (80%): Der Brutbestand im HSK beläuft sich 2003 auf 12 Kolonien und eine Einzelbrut, wobei 3 Kolonien mit insg. 19 BP neu (?) hinzukamen, einige der Kleinkolonien bzw. Einzelbruten um Arnsberg dagegen aufgegeben wurden (2000: 12 Kolonien und eine Einzelbrut; 2001 14-15 Kolonien, 2002 14). Insgesamt brüteten 138 BP erfolgreich, eine Abnahme gegenüber dem Vorjahr (2000 145 sowie 2001 165, 2002 142 erfolgreiche Bruten).

 

Die Brutfichten einer Kleinkolonie am Forstamt Arnsberg-Obereimer wurden während der Brutzeit abgeholzt; nicht nachvollziehbar ist dagegen das völlige Verschwinden der 3 Brutplätze in der Medebacher Bucht. Insgesamt gab es 2003 in NRW eine Abnahme der Bruten (W. Stichmann mündl.).

 

 

·      Schwarzstorch (?%): Die Art ist nahezu über den gesamten HSK verbreitet und scheint weiter zuzunehmen. Höchststand der gemeldeten Reviere seit Erfassungsbeginn 1997! Allerdings haben auch die Intensität der Kartierung, die Kenntnis der Brutgebiete und die Befragung von interessierten Personen zugenommen. Insgesamt wurden 23 Reviere ermittelt, darunter erbrüteten 7 BP 13 juv. (2000: 15 Reviere, 2001: 13 Reviere, 2002: 20 Reviere). Wie schon in den Vorjahren festgestellt, bestehen für den scheuen Waldvogel Probleme nicht in erster Linie durch Spaziergänger, sondern durch unsensible Forstarbeiten bzw. die intensiver werdende Forstwirtschaft, sowohl im Privatwald als auch in den Forsten der öffentlichen Hand. Auch aus 2003 gibt es dazu wieder Beispiele: Im Raum Winterberg wurde ein ganzer Baumbestand mit Horst abgeholzt. Bei Marsberg wurde ein umgefallener Nachbarbaum des Brutbaumes während der Brutzeit zersägt; der langjährige, der Forstverwaltung bekannte Brutplatz wurde daraufhin aufgegeben.

 

 

 ·      Nilgans (100%): Nach der Erstbrut im HSK 2001 wurden 2002 bereits 6 BP mit 5 erfolgreichen Bruten gemeldet, 2003 schon 10 BP, von denen 5 erfolgreich brüteten.

 

 

 ·      Höckerschwan (100%): Von der neu in die Liste aufgenommenen Art wurden 2003
11 Paare sowie weitere Einzeltiere festgestellt. Von diesen Paaren brüteten aber nur 2 (13 juv.), wobei aus dem Ostteil des HSK keine Hinweise auf Reviere vorliegen.

 

 

 ·      Wespenbussard: Das erste Erfassungsjahr brachte 25 Reviere vor allem im Westteil des HSK, was auf gezielte Suche dort zurückzuführen ist. Die Art kann gleichermaßen in allen anderen Gebieten erwartet werden!

 

 

 ·      Schwarzmilan: Der Schwarzmilan brütet wie in der Vergangenheit nur mit 1 BP im östlichen Kreisgebiet bei Marsberg-Padberg, wobei in 2000 bis 2002 keine Brutnachweise erbracht werden konnten. Die Brut war erfolgreich; es konnte mindestens 1 juv. im Horst nachgewiesen werden.

 

Die Brut wurde trotz massiver Veränderungen im direkten Horstumfeld nicht aufgegeben. Unter dem Horst wurde eine große Jagdkanzel errichtet. Um ein freies Schussfeld zu haben, wurden die störenden Äste, auch vom Brutbaum, abgesägt, während der Schwarzmilan bereits brütete! Die Altvögel konnten während der Brutzeit bis zu 15 km vom Horst entfernt angetroffen werden.

 

Auch aus dem Raum Arnsberg gibt es Brutzeitbeobachtungen.

 

 

·      Rotmilan: Es wurden 18 BP mit mind. 18 juv. sowie 12 mal Brutverdacht und 1 Revier gemeldet. Das nordwestliche Kreisgebiet bis Brilon wurde gut erfasst.

 

 

·      Baumfalke: Brutzeitbeobachtungen, aber trotz Suche keine Hinweise auf Brut aus folgenden Gebieten:

 

Stadtgebiet Marsberg:

 

     2 Daten Anfang Mai und 4 Brutzeitbeobachtungen um M.-Erlinghausen

 

Arnsberg:

 

     8 Brutzeitbeobachtungen, davon 1 Ex mit Flugbalz über dem Seutzertal bei        A.-Schreppenberg

 

Medebach:

 

     * einmal 2 Ex. zur Brutzeit in einem wiederholt brutverdächtigen Gebiet auf hessischer  Seite westlich Lichtenfels-Münden, Windwurf Braunsberg

 

     * 1 Beob. zur Brutzeit nordöstlich Medebach

 

     * 1 Beob. in einem in den letzten Jahren wiederholt „verdächtigen“ Gebiet auf einem     Windwurf  am Titelberg, Medebach; eine Nachsuche fand aus Zeitgründen nicht statt

 

 

·      Wanderfalke (100%): Erstmals seit 1999 flogen an den Bruchhauser Steinen wieder 3 Jungfalken aus, da der Uhu dort nicht als Brutvogel auftrat.

 

Vom zweiten Brutplatz, einem stillgelegten Steinbruch im östlichen Kreisgebiet, sind lediglich zwei Märzbeobachtungen eines einzelnen Männchens zu verzeichnen, obwohl im September des Vorjahres dort ein Paar bei der Herbstbalz beobachtet werden konnte.

 

Am 54 Meter hohen Schornstein des Spanplattenwerkes Egger bei Brilon konnte mehrfach außerhalb der Brutzeit Wanderfalken beobachtet werden.

 

Siehe den ausführlichen Bericht von M. Lindner in den IRRGEISTERN 2/2003-1/2004.

 

·      Haselhuhn: Über diese heimliche und von unseren Brutvögeln wohl am schwierigsten nachzuweisende bzw. zu erfassende Art möchten wir über Vorkommen und Verbreitung im HSK gerne mehr wissen. Die Gebiete, aus denen die wenigen und dann auch noch teils unsicheren Nachweise vorliegen, werden wir in den nächsten Jahren genauer kontrollieren.

 

     Sollten dem einen oder anderen aus den vergangenen Jahren Beobachtungen oder Hinweise auf mögliche Vorkommen bekannt geworden sein, wäre die OAG dankbar für eine Mitteilung. Diese wird vertraulich behandelt, um einem „Haselhuhntourismus“ vorzubeugen.

 

    Aus den Jahren 2002 und 2003 sind 2 Beobachtungen aus der Medebacher Bucht und weitere aus dem Raum Sundern bekannt geworden.

 

·      Rebhuhn (30%): Der langjährige Brutplatz bei Arnsberg-Voßwinkel bleibt seit dem Jahr 2001 verwaist, doch konnte Anfang bis Mitte Oktober 1 Ex. hier beobachtet werden. Im späteren Herbst war der Vogel nicht mehr aufzufinden.

 

     Aus dem Marsberger Raum wurden 2 Paare gemeldet, aus der Medebacher Bucht 12 Revierpaare. Aussagen über die Bestandsgröße lassen sich aus den wenigen Nachweisen, die gelangen, nicht machen.

 

 

·   Wachtel (30 %):

Die Art ist über den gesamten Kreis verbreitet. 2003 war ein gutes Wachteljahr - die Art hat große jährliche Bestandsschwankungen. Insgesamt wurden 65 Rufer gemeldet, davon 32 aus der Medebacher Bucht.

 

 

 ·   Wachtelkönig (20%): Es wurden wieder nur wenige Rufer, insgesamt 7, gemeldet. Die 6 jeweils nur kurzzeitig nachgewiesenen Ex., verteilt über die westliche Hälfte des HSK, lassen nicht auf Bruten schließen. Nur beim Rufer im Bereich Olsberg-Helmeringhausen erscheint eine Brut möglich.

 

 

·      Flussregenpfeifer (50%): Für 2003 wurden 11-14 Brutpaare kreisweit bekannt (2001 und 2002: jeweils     12-13 BP). Alle Brutplätze befinden sich auf Sekundärhabitaten. Verbreitungsschwerpunkte liegen weiterhin in den Räumen Arnsberg und Brilon, wo die Art in Brach- und Industriegebieten gute Brutgelegenheiten findet. Der natürliche ehemalige Brutplatz auf einer Schotterinsel der Ruhr bei Arnsberg-Neheim ist nach wie vor zu stark verkrautet, um als Brutplatz dienen zu können. Auf der Schlamminsel im Ruhrstau Bigge-Olsberg (Brutplatz 2002) war wegen Überflutung keine Brut möglich. Am 29.06. wurde 1 ad. am Sorpesee-Vorbecken auf einer Schlamminsel im Sorpeeinlauf gesichtet.

 

 

·      Kiebitz (95%): 2-3 BP wurden für 2003 ermittelt, Bruterfolg vermutlich gering (2002: 2 erfolgreiche Bruten). Diese Brutplätze in 2 Maisäckern bei Schmallenberg-Felbecke, davon einer aus dem Vorjahr bekannt, sind wohl die einzigen des HSK. Die alten Brutplätze im Ruhrtal waren nicht besetzt, in Brilon/ Firma Egger wurde nur 1 Ex. über mehrere Tage beobachtet, letztmalig am 08.03.03. In 2002 gelangen noch weitere Frühjahrsbeobachtungen.

 

 

·      Bekassine (100 %): Die Art ist als Brutvogel für den HSK weiterhin als ausgestorben einzustufen. Es        liegen lediglich zwei Maibeobachtungen aus dem NSG „Hemmeker Bruch“ bei Brilon-Madfeld vor.

 

 

·      Waldschnepfe: Es liegen erst wenige Daten der 2003 neu aufgenommenen Art vor.

 

      Raum Arnsberg:

 

     2003 wurde zwischen dem 23.03. und dem 23.04. im Raum Arnsberg an 26 möglichen Balzplätzen beobachet (mehrfach 2 Personen pro Abend an 2 Plätzen). An 19 Beobachtungsstellen konnten balzende Waldschnepfen erfasst werden. An 7 Punkten
konnten keine Balzaktivitäten beobachtet werden.

 

     Insgesamt wurden 23-24 intensiv balzende Männchen kartiert; zweimal konnten 1,1 „sich jagend“ und 5 mal einzelne „stille“ Ex. notiert werden.

 

     Der kontrollierte Bereich um Arnsberg dürfte etwa 60 % der möglichen Verbreitung im Stadtgebiet betragen, der tatsächliche Bestand also zwischen 30 - 40 balzenden Waldschnepfenmännchen liegen.

 

    übriger HSK:

 

     Desweiteren wurden an vier verschiedenen Gebieten Waldschnepfen festgestellt.

 

 

·

     Hohltaube (50%): Die Art kann bei genauer Untersuchung in allen Teilen des HSK nachgewiesen werden. Die Erfassung im Jahr 2003 erbrachte 59 Reviere des scheuen Bewohners alter Buchenwälder und damit nach 2001 (25-26 Reviere) und 2002 (30-31 Reviere) einen neuen Rekord und fast eine Verdoppelung des Vorjahresergebnisses. Dies ist natürlich auch der genauen Suche einiger OAG-Mitarbeiter zu verdanken, die in 2003 sehr intensiv in geeigneten Habitaten nachgesucht haben. Dabei wurden 12 Brutnachweise erbracht. Hohltaubenbrutreviere wurden in fast allen Stadtgebieten des Kreises gefunden, wobei die Hohltauben von Eslohe noch entdeckt werden müssen.      

    Erwähnenswert ist der Brutnachweis in einer Erle im Waldreservat Arnsberg-Breitenbruch.   

 

 ·      Turteltaube (20%): Die Art kommt im gesamten HSK vor, wobei die Medebacher Bucht und der Raum        Marsberg-Brilon weiterhin Verbreitungsschwerpunkte bilden. Es wurden 61 Reviere (2001: 51, 2002: 48        Reviere) gemeldet - höhere Zahl in Folge erhöhter Kartierungstätigkeit.

 

     Der Bestand der Turteltaube ist nach dem in den Vorjahren in der Medebacher Bucht festgestellten Rückgang ähnlich dem des Vorjahres geblieben: 2003 28 Reviere (gegenüber 36 Revieren 2001 und 26 2002). Auf einer Probefläche der LÖBF (100 ha) bei Medebach-Medelon wurden nur 2 Reviere ermittelt.

 

     Im Westen des Kreises gab es in den letzten Jahren eindeutig einen Rückgang.

 

 

·      Kuckuck (60%): Gegenüber dem Vorjahr ergeben sich keine signifikanten Änderungen, auch wenn 2003 gegenüber den Vorjahren mit 24 Rufern mehr Kuckucke registriert wurden - wohl durch erhöhte Beobachtertätigkeit (1995: 54 Rufer, 1998 26 Rufer, 2002 16-18 Rufer). Weiterhin gibt es fast keine Nachweise aus dem Westkreis. Bei einigen der Rufer Anfang Mai muss man von Durchzüglern ausgehen bzw. bei Ex. mit einem Rufnachweis von umherstreichenden Tieren auf der Suche nach einem Partner. Nur 8 Vögel wurden mehrfach verhört, so dass man nur bei diesen von einem sicheren Revier ausgehen kann.

 

·      Schleiereule (45 %): Bei weiterhin nicht kreisweiter Erfassung - für den größten Teil des HSK gab es 2003 keine Untersuchungen - gab es bei intensiver Kontrolle (Überprüfung der Nistkästen) in den Stadtgebieten Brilon, Marsberg und Schmallenberg nur 2 sichere Bruten: 1 BP in Marsberg-Meerhof (5 juv. + 1 taubes Ei) und 1 BP in M.-Erlinghausen (Anzahl der juv. nicht bekannt; 1 totes juv. im Kasten). Außerdem gab es von 7 weiteren Plätzen, die sich auf die 3 Stadtgebieten verteilen, Hinweise auf die Anwesenheit von Schleiereulen.

 

    Darüber hinaus erbrütete 1 BP am langjährigen Brutplatz in Menden-Bremke im MK an der Kreisgrenze 5 juv.

 

 

·      Steinkauz: Im Jahr 2003 erfolgten keine Kontrollen im HSK, nachdem in den Vorjahren alle negativ waren. Kurz hinter der Kreisgrenze in Menden-Bargel und bei Balve-Eisborn (270 m NN) brütete immer noch je 1 BP (Schulte).

 

 

·      Sperlingskauz: Die Art brütet sehr wahrscheinlich schon im HSK. Leider fehlt immer noch ein Brutnachweis. Alle Daten:

 

    2 besetzte Reviere im NSG „Arnsberger Wald“ (je 1 im HSK und im Kreis Soest)          (Kämpfer-Lauenstein)

   2 besetztes Revier Kreis Soest  im östlichen Arnsberger Wald (Kämpfer-Lauenstein)

 

·      Raufußkauz: Auf einer Kontrollfläche von 125 km2 im Arnsberger Wald (der Großteil der Fläche liegt im Kreis Soest), die seit vielen Jahren von Lederer und Kämpfer-Lauenstein untersucht wird, wurden wie 2002 keine Bruten gefunden, da keine „Waldmäuse“ im Gebiet vorhanden waren (2001: 9 rufende Männchen mit 7 Brutnachweisen); hier nur 1 rufendes Männchen im Kreis Soest.

 

    Alle weiteren Daten betreffen 2003 im HSK nur 1 Paar ohne Brut und 6 rufende Männchen:

 

 

·      Uhu (90%): Es wurden zur Brutzeit 28 besetzte Reviere ermittelt (2001 und 2002: je 24). Von diesen waren 9 mit Einzelvögeln, 19 mit Paaren besetzt. 13 der 19 Paare brüteten. Diese 13 BP brachten 19 juv. zum Ausfliegen.

 

     Insgesamt kann von einem Aufwärtstrend gesprochen werden: Inzwischen sind auch die meisten Steinbrüche im Stadtgebiet Winterberg besiedelt; ebenso können alle größeren Brüche des HSK als besiedelt gelten.

 

 

·      Wendehals (80%): Der Wendehals ist wohl weiterhin im HSK als Brutvogel ausgestorben. Immerhin gab es aber 2003 - anders als aus den Vorjahren - den Nachweis eines Durchzüglers aus Olsberg.

 

 

·      Grünspecht (60%): Die Art nimmt weiter zu und hat 2003 auch den Osten des HSK erreicht. Mit 31 Revieren wurde bis jetzt die Höchstzahl an Revieren festgestellt.

 

     Reviere 2003: 11 Reviere Raum Neheim-Hüsten (2001: 11-12 Reviere, 2002: 5)

 

                        7 Reviere Raum Arnsberg (2001: 7-8 Reviere, 2002: 5)

 

                        1 Revier Raum Meschede (2001 und 2002: 3 Reviere)

 

                        3 Reviere Raum Sundern (2001: 5 Reviere, 2002: 2)

 

                        6 Reviere Raum Medebach (2001: 0 Nachweise, 2002:5 Reviere)

 

                        3 Reviere Raum Marsberg ( Vorjahre: keine Nachweise)

 

 

·      Grauspecht (20 %): Durch stärkere Kartiertätigkeit gegenüber 2002 (35 Reviere) wurde die höchste Revierzahl der vergangenen Jahre ermittelt: insgesamt 46 Reviere, die sich über den gesamten Kreis verteilen.

 

 

·      Mittelspecht (10%): Aus 12 Gebieten wurden 14 Reviere bekannt. Darüber hinaus wurden auf 2460 ha des FFH-Gebietes „Luerwald“ 40 Reviere ermittelt (König).

 

 

·      Kleinspecht (20%): 39 gemeldete Reviere (2000: 12 Reviere, 2001: 28, 2002: 21) mit 2 Brutnachweisen (2 bzw. 4 juv.) aus dem gesamten Kreisgebiet. Im FFH-Gebiet „Luerwald“ wurden auf 2640 ha Untersuchungsfläche 4 Reviere festgestellt (König).

 

 

·      Eisvogel (50%): Wohl in Folge des vorangegangenen harten Winters erbrachte die Kartierung 2003 mit 7 BP und 7 möglichen Brutvorkommen das schlechteste Ergebnis der vergangenen Jahre (2001: 17 BP/8 mögliche Brutreviere, 2002: 12 BP/10 mögl. Brutrev.). Im Raum Arnsberg blieben 2003 weniger optimale Gebiete mit Vorkommen in den Vorjahren unbesetzt. Die Ruhr und ihre Nebenbäche bilden weiterhin einen Verbreitungsschwerpunkt der Art.

 

 

·      Heidelerche: Von der Heidelerche wurden 2003 2 wahrscheinliche und 3-5 mögliche Bruten aus der Medebacher Bucht bekannt, desweiteren von einem herumstreichenden Ex. (2000: 2-3 sichere Reviere sowie  4 - 6 mögliche Reviere, 2001: 3 mögliche Bruten, 2002: 5 mögliche Reviere).

 

Darüber hinaus erfolgte eine mögliche Brut im Gebiet Arnsberg.

 

Das Phänomen, dass die Heidelerche jedes Jahr verschiedene Gebiete besiedelt, ist auch 2003 wieder festzustellen.

 

 

·      Uferschwalbe (90%): Das Jahr 2003 war für die Art im Sauerland ein schlechtes Brutjahr (schlechtestes Ergebnis seit Kartierungsbeginn; Gründe sind unbekannt). Trotz der günstigen Witterung wurden die Kolonien erst sehr spät belegt.

 

 

   Die 4 besiedelten Kolonien im Überblick:

 

     Kolonie Lehmsteilwand bei Arnsberg-Bachum:

            120 Röhren (2000: 549-650 BP, 2001: 272 BP, 2002: 234 BP)

 

    Kolonie Arnsberg-Vosswinkel an der Kreisgrenze:

 

            31 Röhren (2000: 57 BP, 2001 und 2002: je 28BP)

 

    Kolonie Bieberbach bei Arnsberg-Holzen/ Bremke an der Biber:

            1 Röhre (2000: 11 BP, 2001 und 2002: je ca. 10 BP)

 

    Kolonie Arnsberg-Bruchhausen, Firmengelände Degussa/ Perstop:

            1 Röhre (2000: 3-4 BP, 2001: ca. 5 BP, 2002: 7 BP)

 

·      Wiesenpieper (80% Medebacher Bucht): Gegenüber den Vorjahren gibt es kreisweit keine signifikanten Änderungen im Bestand. Es wurden 98-101 Reviere im HSK sowie 3 weitere knapp außerhalb der Kreisgrenzen ermittelt. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr wohl deswegen geringer, da einige Brutgebiete 2002 nicht kontrolliert wurden.

 

 

·      Schafstelze: Nachdem die Art jahrelang im HSK als Brutvogel als ausgestorben galt, gelangen 2003 gleich 2 Brutnachweise auf der Meerhofer Hochfläche nordöstlich Marsberg und 1 Nachweis eines wahrscheinlichen Brutpaares bei Arnsberg.

 

 

·      Braunkehlchen (98%):

Bruten wie in den Vorjahren bis auf 2 Ausnahmen (Stadtgebiete Winterberg und Brilon) nur noch in der Medebacher Bucht, insgesamt 50 Reviere im HSK (2000: 54 Reviere, 2001: 61 Reviere, 2002: 57 Reviere) sowie 15 Reviere im dem Medebacher Raum angrenzenden Hessen (2000: 11 Reviere, 2001: 12 Reviere, 2002 16 Reviere). Ein einheitlicher Bestandstrend besteht nicht; vielmehr ist die Entwicklung gebietsbezogen. In vielen Brutplätzen ist die positive Entwicklung der Vorjahre unterbrochen; alle Gebiete im Gebiet Hallenberg verschlechtern sich (Zaunentfernung, frühes Mähen, Umbruch, Drainage) bis auf die Nuhnewiesen. Relativ konstant ist der Bestand im Springebachtal, hier eventuell auch durch gezielte Biotopverbesserungen. Weitere, ehemals besetzte Gebiete sind seit längerem verwaist.

 

 

·      Schwarzkehlchen: Das dritte Jahr in Folge auch 2003 wieder ein Brutnachweis (fütternde ad.) im  Hillebachtal östlich Winterberg-Hiltfeld.

 

 

·      Gartenrotschwanz (10%): Der Abwärtstrend setzt sich fort: 2003 gab es Meldungen nur noch aus 6           Gebieten, 3 BP und 3 singende Männchen (2000: 11 Brutreviere und 4 Brutnachweise, desweiteren 3 mögliche Reviere, 2001: 6 Reviere Stadtgebiet Arnsberg sowie 5 weitere Reviere übriges Sauerland, 2002 4 Reviere/ Bruten und 1 Brutzeitbeobachtung). Aus großen Waldgebieten gelangen keine Nachweise.

 

 

·      Ringdrossel: Nachdem der HSK-Brutbestand in den vergangenen Jahren als klein, aber stabil gelten konnte, gelangen in 2003 an den beiden bekannten Brutplätzen (bei Winterberg-Altastenberg und Winterberg-Niedersfeld) keine Ringdrosselnachweise - trotz intensiver, mehrstündiger Suche. Ob damit die kurze Tradition einer kleinen sauerländischen Brutpopulation bereits wieder beendet ist, muss das Jahr 2004 zeigen.

 

 

·      Feldschwirl: Im zweiten Erfassungsjahr gelangen 21 Reviernachweise (2002: 17 Meldungen). Meist handelt es sich um Zufallsbeobachtungen, eine gezielte Suche erfolgte nicht. In den Nuhnewiesen (Hallenberg, mind. 5 Reviere) scheint der Bestand konstant geblieben zu sein; um Meschede, Arnsberg und an den Westheimer Teichen (Marsberg-Westheim) ist die Art jedoch stark rückläufig (B. Koch, E. Neuß). Allerdings scheint 2003 überregional ein schlechtes Feldschwirljahr gewesen zu sein.

 

 

·      Schlagschwirl: Nachdem von 1999 bis 2002 aus einem Gebiet bei Menden-Bremke an der westlichen Kreisgrenze jährliche Nachweise vorlagen sowie aus einem benachbarten Gebiet aus den Jahren 1999 und 2002, gelangen 2003 keine Nachweise mehr.

 

     Bei den beiden Flächen handelt es sich um Windwürfe im geschlossenen Wald (3-4 ha bzw. ca. 20 ha Größe) mit ca. 600 m Abstand zueinander, gut mannshoch bewachsen mit Fichten, Birken und Weiden (Naturverjüngung) sowie Hochstauden, Rohrglanzgras, Brom- und Himbeere. Brutnachweise wurden vergeblich versucht. Bis 2003 fanden keine gravierenden Lebensraumveränderungen statt. In den Gebieten sangen ebenfalls jeweils 2-4 Feldschwirle. Alle Daten (König):

 

                                               -

 

 

·      Raubwürger (75%): Nach einem ermittelten Höchststand der HSK-Population seit 8 Jahren in 2002 (45 Reviere; 2001: 37 Reviere) war 2003 ein schlechtes Raubwürgerjahr. Es wurden trotz gleichgebliebener Untersuchungsintensität nur 33 Reviere (mögliche, wahrscheinliche und sichere Brutpaare) registriert, das schlechteste Ergebnis seit 1998. Dabei ist noch der hohe Anteil von 14 nur „möglichen Revieren“ zu berücksichtigen! Es wurde festgestellt, dass insgesamt wenig Bruten stattfanden, auch, wenn Paare die Brutzeit über in einem Revier anwesend waren. Der wahrscheinliche Grund ist Nahrungsmangel am Anfang der Brutzeit. Die Anzahl der nachgewiesenen Jungvögel belief sich dagegen auf 27 juv. (2001: 38 juv., 2002 nur 16 juv.). Die Hauptverbreitung liegt wie gehabt im Raum Marsberg-Brilon und in der Medebacher Bucht; nur einzelne Reviere liegen in den Stadtgebieten Olsberg und Schmallenberg. Seit 1995 wurden 3 neue Brutgebiete ermittelt. Damit stieg die Zahl der seitdem bekannt gewordenen Brutgebiete auf insgesamt 96. Offensichtlich verlagern oder wechseln Brutpaare ihre Brutgebiete immer wieder.

 

 

Raubwürger-Winterreviere (70%): Die Anzahl der Gebiete mit Winterdaten (Winterhalbjahr 2002/03) hat gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Insgesamt ließen sich 43 Bereiche nachweisen, in denen der Raubwürger ein bis mehrmals beobachtet wurde.

 

Die Schwerpunkte verteilen sich wie in den Vorjahren auf das Europäische Vogelschutzgebiet „Medebacher Bucht“ sowie die Städte Brilon und Marsberg.

 

 

·      Dohle (80%): Die Art breitet sich weiterhin aus, es gibt 2003 einen weiteren Brutplatz im Westen des HSK sowie erstmals seit den OAG-Kartierungen 2 Brutnachweise in Schwarzspechthöhlen im Waldgebiet Kaltenscheid bei Medebach (Das Gebiet ist als alter, verwaister Brutplatz bekannt).

 

Brilon: 2003 32-35 BP (2001: 30-35 BP, 2002 keine Gesamtzahl)

 

Stadtgebiet Arnsberg: insg. 10-12 BP (2000 erstmals Bruten, 2001 4 BP + eine mögliche           Brut, 2002: 11 BP).

 

Stadtgebiet Medebach: 2 BP (Vorjahre: keine Nachweise)

 

 

·      Kolkrabe (30%): In 2003 konnten für den HSK insgesamt 8 Brutpaare nachgewiesen werden (2001: 8 Bruten, 2002: 6 Bruten). Desweiteren wurden in 3 Gebieten Reviere und damit mögliche BP ermittelt, so dass sich eine Gesamtzahlt von 11 Brutbereichen ergibt. Bekannte Brutplätze konnten in aufeinander folgenden Jahren nachgewiesen werden, so dass derzeit von einem stabilen, möglicherweise auch ansteigenden Bestand auszugehen ist. Menschliche Störungen des Brutgeschäftes wurden bislang nicht bekannt.

 

 

·      Zippammer (90%): Eine positive Bestandsentwicklung ist bei der Zippammer festzustellen. Nachdem die Art seit 1999 jährlich in einem Steinbruch im östlichen HSK festgestellt wurde, gelangen F. Duty 2003 aus 2 weiteren Brüchen Nachweise, darunter 1 Brutnachweis. Diese Steinbrüche liegen nahe des bekannten Brutplatzes. Insgesamt wurden von der Minipopulation 2003 4 Reviere festgestellt (3 x Brutverdacht, 1 Brutnachweis mit 4 juv.).

 

 

 

·      Rohrammer (80%): Es gibt weiterhin wenig Veränderungen gegenüber den letzten Jahren; der starke Abwärtstrend in den 1990er Jahren (1989/90 40-50 BP) hat sich nicht fortgesetzt. 20 - 22 BP verteilen sich 2003 auf 12 Gebiete (2000: 20 BP bei 14 Brutplätzen, 2001: 20 Brutpaare bzw. Reviere bei 13 Brutplätzen, 2002 19 BP bei 11 Brutplätzen). Neue Brutplätze wurden nicht bekannt.

 

 

·      Grauammer: Seit einschließlich 1998 im HSK ausgestorben.

zusammengestellt von Harald Legge