2002-OAG

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Jahresbericht der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) für das Jahr 2002

Die OAG bittet alle Interessierten, Brutzeitbeobachtungen folgender Vogelarten aus dem Jahr 2003 an sie zu melden: alle Arten, deren HSK-Verbreitung in diesem Artikel beschrieben wird; des Weiteren die auf dem OAG-Jahrestreffen im Januar 2003 neu aufgenommenen Arten Wespenbussard, Waldschnepfe.

Auch Negativmeldungen, d. h. wenn eine in den Vorjahren in einem Gebiet vorkommende Brutvogelart dort nun nicht mehr beobachtet werden konnte, sind sehr wichtig, um eventuell abnehmende Bestandstrends dokumentieren zu können.

Des Weiteren sollten folgende Beobachtungen gemeldet werden: Zug- und Winterdaten vom Rotmilan sowie Angaben über Schlafplätze im Spätsommer.

Nur durch umfangreiches Datenmaterial, wie es in den vergangenen zwei Jahrzehnten im HSK zusammengetragen worden ist, sind fundierte Aussagen über Verbreitung, Rückgang oder Zunahme einer Vogelart möglich. Der VNV freut sich auf Ihre Mitarbeit!

Ergebnisse der Bestandsaufnahmen genauer erfasster Arten für das Jahr 2002 im Hochsauerlandkreis

Zwergtaucher (Erfassungsgrad: 90%): 

Bruten im HSK 2002: 4 BP + 1 Brutversuch (1999: keine Brut, 2000: 3 BP, 2001: 5 BP).

Im einzelnen:

1 BP mit 1 flüggen juv. Artenschutzteich bei Arnsberg-Voßwinkel

2 BP mit insgesamt mindestens 6 fl. juv. Ruhrstau Arnsberg-Hüsten

1 BP mit einer Spätbrut Ruhrstau Bigge-Olsberg (Schlupf der 4 juv. Mitte August, alle werden flügge)

1-2 ad. Mai bis Juni mit Balz und Nistmaterial tragend Klärteiche Arnsberg-Niedereimer, aber wohl keine Brut

Der Vorjahresbrutplatz auf der Ruhr bei Arnsberg-Uentrop war 2002 nicht belegt.

 

Haubentaucher (100%): Die insgesamt 46 - 49 BP verteilen sich wie folgt:

18 BP Sorpesee, am 30.5. kein juv., am 21.7. insgesamt nur 2 juv.;

 Gründe für den geringen Bruterfolg nicht bekannt

9 BP mit 23 juv. Hennesee

15 - 18 BP Diemelsee

 3 BP mit 1x3 juv. Baggerseen bei Marsberg-Westheim

 1 BP mit 2 juv. Ruhrstau Bigge-Olsberg

Graureiher (80%): Der Brutbestand im HSK beläuft sich 2002 auf 14 Kolonien (2000: 12 Kolonien und eine Einzelbrut; 2001 14-15 Kolonien), insgesamt brüteten 142 BP erfolgreich (2000 145 sowie 2001 165 erfolgreiche Bruten).

Schwarzstorch (?%): Der Brutbestand des scheuen Waldvogels ist erfreulich hoch. Trotz fehlender Meldungen aus dem westlichen Kreisbereich wurden 18 Reviere ermittelt und damit der höchste Stand der letzten 6 Kartierungsjahre (2000: 15 Reviere, 2001: 13 Reviere). Die Verbreitung umfasst nahezu den gesamten HSK. Es gibt jedoch auch Gefährdungen. Die sowohl im Privatwald wie auch in den Forsten der öffentlichen Hand immer intensiver werdende Forstwirtschaft führt zu vermehrten Störungen. Extrembeispiel ist der Kahlschlag eines Buchenbestandes bei Winterberg, obwohl sich in diesem ein wohl bekannter Horst des Schwarzstorches befand.

Schwarzmilan: Brutnachweise konnten wie in den beiden Vorjahren auch 2002 nicht erbracht werden, obwohl insgesamt 16 Beobachtungen aus den Monaten März bis August vorliegen (darunter auch Durchzügler!). Für den alten Brutplatz bei Marsberg-Padberg besteht Brutverdacht, in der Medebacher Bucht ist der Status der Art unklar, bei 4 Ex. an der Deponie Meschede-Bonacker handelt es sich um Übersommerer.

Rotmilan (20%):Aus den Gebieten Arnsberg-Sundern-Meschede sowie Schmallenberg liegen für 2002 großflächige Aufnahmen vor:

Gebiet Arnsberg-Sundern-Meschede: mind. 8 BP mit 11 juv. (1x?, 2x0, 1x3, 4x2) sowie 1 Brutverdacht

Gebiet Schmallenberg (MTB 4716, MTB 4815, MTB 4816): 1 BP mit 1 juv. sowie 3 Revierpaare

weitere Daten:

1 BP Eslohe, Haus Wenne (Horst in Buche innerhalb einer Graureiherkolonie!)

1 BP westlich Meschede-Bonacker

1,0 mit Flugbalz nordwestlich Meschede-Brabecke

1 Brutverdacht in Fichtenschlag bei Medebach-Wissinghausen

Schlafplätze:

* 25.08.02: 14 Ex an Schlafplatz in Pappelreihe nördlich Lichtenfels-Neukirchen an der    Kreisgrenze

 September: max. 22 Ex. sammeln sich zwischen Medebach-Dreislar und Lichtenfels-Neukirchen

* Schlafplatz Meschede-Bonacker: 09.09.02: 9 Ex. in Fichte

  09.10.02: 5 Ex. an der Deponie

Baumfalke: Es wurden nur 6 Einzelbeobachtungen gemeldet. Kein Brutverdacht oder -nachweis.

Wanderfalke (100%): Die Art hat 2002 nicht im HSK gebrütet. Das Revier an den Bruchhauser Steinen ist nach wie vor auch während der Brutzeit von einem Paar besetzt. Eine Brut hat wegen der Anwesenheit des Uhus jedoch nicht stattgefunden.

Im zweiten Revier brütet der Uhu seit Jahren in der ehemaligen Brutnische des Wanderfalken. Hier gelang nur noch eine Brutzeitbeobachtung eines Wanderfalken.

Rebhuhn (30%): Nachdem der langjährige Brutplatz bei Arnsberg-Voßwinkel seit dem Jahr 2001 verwaist ist, liegen Meldungen nur noch aus den beiden Verbreitungsgebieten Marsberg und Medebacher Bucht vor. Aussagen über die Bestandsgröße lassen sich aus den wenigen Nachweisen, die gelangen, nicht machen.

Raum Marsberg:

* 1,1 am 15.02.02 nahe der Kreisgrenze bei Marsberg-Hesperinghausen

* 2 Ex am 03.05.02 Nordgrenze des NSG „Glockengrund“ bei M.-Udorf

 1 Ex. am 23.05.02 nahe Glockengrund bei M.-Udorf

* 0,2 am 16.05.02 Höling südlich Marsberg (an der westlichen Grenze des in Nordsüd- Richtung

        verlaufenden Gehölzbestandes)

Medebacher Bucht:

4 Meldungen über Reviere südwestlich von Medebach

Wachtel (30%): Die Art ist über den gesamten Kreis verbreitet. Insgesamt wurden 44 Rufer gemeldet, davon allein 33 aus der Medebacher Bucht. Anfang Juni wurde darüber hinaus im Bereich Olsberg-Bigge/Gevelinghausen eine Invasion von bis zu 30 Ex festgestellt; spätere Kontrollen dort blieben erfolglos.

Wachtelkönig (20%): Es wurden kreisweit nur 9 Rufer gemeldet. Im Westen des HSK konnten frühere Vorkommen der Art 2002 nicht bestätigt werden. Dort nur ein Nachweis. Im mittleren und östlichen Kreisgebiet häufigere Beobachtungen. Für 3 Gebiete bei Olsberg-Hildfeld, O.-Helmeringhausen und Marsberg-Essentho besteht auf Grund der langen Anwesenheit der Rufer Brutverdacht.

Flussregenpfeifer (50%): Für 2002 wurden 12-13 Brutpaare kreisweit bekannt, die gleiche Anzahl wie im Vorjahr. Alle Brutplätze bis auf einen (Schlamminsel am Ruhrstau Bigge-Olsberg) befinden sich auf Sekundärhabitaten. Verbreitungsschwerpunkte liegen in den Räumen Arnsberg und Brilon, wo die Art in Brach- und Industriegebieten gute Brutgelegenheiten findet. Der natürliche ehemalige Brutplatz auf einer Schotterinsel der Ruhr bei Arnsberg-Neheim ist nach wie vor zu stark verkrautet, um als Brutplatz dienen zu können.

Ähnlich wie beim Kiebitz scheint aber die Anzahl flügge werdender juv. zurückzugehen; mindestens 5 Bruten waren definitiv erfolglos. Es wurden nur 3 flügge juv. gemeldet (2001: 10 flügge juv.).

Kiebitz (90%): Aus 4 Gebieten (Ruhrtal zwischen Arnsberg-Neheim und A. Voßwinkel, Schmallenberg-Arpe, Brilon-Scharfenberg, Brilon Firma Egger), teilweise ehemalige Brutplätze, liegen Frühjahrsbeobachtungen vor. Die Kiebitze verließen diese allerdings später.

Nur in einem weiteren Gebiet (Schmallenberg-Felbecke) 2 BP: Zwischen Mitte April und Ende Juni wurden max. 4,3 Ex. beobachtet. Nach mehreren Gelegeverlusten im April/Mai konnten am 25.06.02 1,0 mit 2 gerade flüggen juv. sowie 1,1 mit mindestens 1 ca. 2-3wöchigem juv. gesehen werden.

Bekassine (100 %): Es liegen keine Bruthinweise vor. Lediglich im geplanten NSG „Essenthoer Bruch“ bei Marsberg-Essentho gab es 2 späte Zugbeobachtungen.

Hohltaube (20%): Nach zwei Jahren etwas genauerer Erfassung der Art bestätigt sich, dass sie in fast allen Teilen des Kreises zu finden ist. Natürlich ist sie an alte Buchenwälder mit Schwarzspechthöhlen gebunden, die aber wohl noch ausreichend vorhanden sind. Es konnten 27-28 Reviere mit insgesamt 7 Brutnachweisen erbracht werden, wobei 1 Jungvogel nachgewiesen wurde. Dazu gab es 10 Brutzeitbeobachtungen außerhalb der Brutgebiete mit insgesamt 14 Exemplaren.

Turteltaube (20%): Die Art kommt im gesamten HSK vor, wobei die Medebacher Bucht und der Raum Marsberg-Brilon Verbreitungsschwerpunkte bilden. Es wurden 48 Reviere gemeldet, gegenüber 51 in 2001. Es ist im Westkreis und der Medebacher Bucht auch 2002 wieder ein Rückgang der Art festzustellen. Im Westkreis blieben viele ehemalige Brutplätze verwaist, in der Medebacher Bucht wurden 2002 nur noch 26 Reviere (gegenüber 36 Revieren 2001) ermittelt.

 Reviere 2002: 3 Reviere Raum Neheim (2001: 3 Reviere)

  1 Revier Raum Sundern (2001:2 Reviere)

  2 Reviere Raum Meschede (2001: 3 Reviere)

  15 Reviere Raum Marsberg-Brilon (2001: nur 1 Revier Raum Brilon gemeldet)

  26 ReviereMedebacher Bucht (2001: 36 Reviere)

Kuckuck (60%): Der deutliche und erschreckende Rückgang der Art setzt sich fort. Nur 16-18 Rufer wurden gemeldet, von diesen konnten aber nur 8 Rufer mindestens 2x verhört werden. Daher kann es sich bei einigen der aufgelisteten Ex. um Durchzügler handeln (1995: 54 Rufer, 1998 26 Rufer)

Der gesamte Westkreis ist inzwischen verwaist. Im zentralen Sauerland ebenfalls sehr wenig Nachweise, wobei sich die Art interessanterweise auf die höchsten Lagen konzentriert. Kuckucke wurden daneben nur noch aus dem Medebacher und Marsberger Raum gemeldet.

Schleiereule (30%): Auf Grund der geringen Datenmenge ist eine Aussage über den aktuellen Bestand nicht möglich.

Es gelangen 3 Brutnachweise: Schmallenberg-Feldbecke (? juv.)

  Marsberg-Leitmar (4 juv.)

                                                            Marsberg-Erlinghausen (4 juv. im erst im selben Jahr      aufgehängten Kasten)

Sichtbeobachtungen auch in Schmallenberg-Ebbinghof („Winterquartier“)

Steinkauz: Im Jahr 2002 erfolgten keine Kontrollen im HSK, nachdem in den Vorjahren alle negativ waren. Der Brutplatz hinter der Grenze zum Märkischen Kreis in Menden-Bargel ist aber immer noch mit einem Paar besetzt (Schulte).

Sperlingskauz: Die Art kann in allen großen Waldgebieten erwartet werden und brütet sehr wahrscheinlich schon im HSK. Leider fehlt immer noch ein Brutnachweis. Alle Daten:

1 besetztes Revier im NSG „Arnsberger Wald“ (HSK) (mehrfach Revierrufe im März/April); Revier auch noch im Herbst besetzt (31.10. um 17.00 Uhr Revierrufe) (Kämpfer-Lauenstein)

2 besetzte Reviere Kreis Soest nahe der Kreisgrenze: 1 im NSG „Arnsberger Wald“ und 1 östlicher Arnsberger Wald bei Rüthen. Brut wahrscheinlich von Raubsäuger ausgenommen, der Höhleneingang war erweitert worden. Höhle in abgestorbener Fichte mit Auswurfmaterial (Federn und zerkleinerte Gewölle). Revier seit 2000 bekannt (Kämpfer-Lauenstein)

1 Totfund 14.03.02 in Buchenaltholz, Wennemener Höhe bei Meschede-Wennemen (Köhne)

Raufußkauz: Auf einer Kontrollfläche von 125 km2 im Arnsberger Wald (der Großteil der Fläche liegt im Kreis Soest), die seit vielen Jahren von Lederer und Kämpfer-Lauenstein kontrolliert wird, wurden keine Bruten gefunden, da keine „Waldmäuse“ im Gebiet vorhanden waren (2001: 9 rufende Männchen mit 7 Brutnachweisen).

Uhu (90%): Es wurden zur Brutzeit 24 besetzte Reviere ermittelt (2001: ebenfalls 24). Von diesen Revieren waren 5 mit Einzelvögeln, 12 mit Revierpaaren und 7 mit Brutpaaren besetzt. Die 7 Brutpaare brachten 12 Junge zum Ausfliegen (4x1, 2x2, 1x3; 2 juv. verschwanden vor dem Flüggewerden). Trotz intensiver Kontrolle - die Anzahl der Reviere, wo lediglich rufende Einzelmännchen nachgewiesen wurden, konnte von 7 (2001) auf 5 (2002) gesenkt werden - konnte bei 12 Paaren keine Brut nachgewiesen werden (2001 nur 5 Paare ohne Brut). Als Grund für das schlechte Brutergebnis (2001: 19 flügge juv.) ist vermutlich das widrige Wetter verantwortlich; 2002 war deutschlandweit ein schlechtes Uhujahr.

Besonderheit: Ende November 2002 1 toter Uhu als Eisenbahnopfer Ruhrtal bei Arnsberg-Bachum

Wendehals (80%): Der Wendehals muss weiterhin im HSK als ausgestorben gelten; es gibt - wie aus den Vorjahren - keine Daten aus 2002.

Grünspecht (60%): Die Art breitet sich, nachdem sie in den letzten Jahren den Westkreis besiedelte, weiter nach Südosten aus und hat die Medebacher Bucht erreicht. Aus dem Raum Marsberg und dem Almetal bei Brilon gelangen trotz Kontrollen keine Nachweise, so dass die Art dort wohl noch nicht vorkommt.

 Reviere 2002: 5 Reviere Raum Neheim-Hüsten (2001: 11-12 Reviere)

  5 Reviere Raum Arnsberg (2001: 7-8 Reviere)

  3 Reviere Raum Meschede (2001: 3 Reviere)

  2 Reviere Raum Sundern (2001: 5 Reviere)

  5 Reviere Raum Medebach (2001: 0 Nachweise)

Grauspecht (15%): Von der Art wurden für 2002 im Rahmen der erstmaligen OAG-Erfassung insgesamt 35 Revieren gemeldet. Es zeichnet sich ab, dass der Grauspecht gute Bestände in Buchenwäldern hat. Schwerpunkte der Meldungen liegen in der Medebacher Bucht und den Stadtgebieten Arnsberg und Marsberg. Anhand der Daten aus der Medebacher Bucht kann vermutet werden, dass die Art in den nächsten Jahren in solchen Gebieten verdrängt wird, die vom Grünspecht besiedelt werden.

Mittelspecht (10%): 7 Reviere wurden 2002 gemeldet. Die Art kann in geeigneten Lebensräumen im gesamten HSK erwartet werden.

Kleinspecht (20%): 21 gemeldete Reviere (2000: 12 Reviere, 2001: 28 Reviere) aus den Stadtgebieten Arnsberg, Meschede, Brilon, Medebach und Marsberg. Das Ruhrtal, wo intensiv nach der Art gesucht wurde, ist gut besiedelt. Neben Flussauen (in Pappeln und Weichhölzern) ist die Art regelmäßig in Eichenwäldern zu finden, die auch vom Mittelspecht angenommen werden.

Eisvogel (50%): Es wurden 12 BP (2001: 17 BP) gemeldet sowie 10 Plätze (2001: 8) als mögliche Brutvorkommen. Der tatsächliche Bestand dürfte jedoch höher sein; viele Bäche wurden nicht erfasst. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Ruhrtal, dass gut untersucht wurde; von der Kreisgrenze bis Meschede-Freienohl ist die Art dort mit mindestens 8 BP gut vertreten. Eventuell gab es gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang. Ein Brutnachweis gelang am Grafschafter Bach bei Schmallenberg.

Heidelerche: Für 2002 erbrachten die intensiven Kontrollen in der Medebacher Bucht 5 mögliche Reviere (2000: 2-3 sichere Reviere sowie 4 - 6 mögliche Reviere, 2001: 3 mögliche Bruten).

Die Heidelerche besiedelt in der Medebacher Bucht jedes Jahr andere Gebiete, in den letzten Jahren besetzte Reviere sind im Folgejahr oft nicht besetzt. Die auch in der Literatur beschriebenen Bestandsschwankungen sind auch im HSK zu bemerken.

Die Art ist in unserem Kreis ausschließlich von der Kreisgrenze der Medebacher Bucht bekannt (Ausnahme: 1 Revier Steinbruch bei Arnsberg-Hüsten 2002). Das liegt vermutlich daran, dass nur dort die speziellen Habitatansprüche (trocken und warm), die die Heidelerche an ihren Brutplatz stellt, erfüllt werden: Die Art kommt im HSK nur dort vor, wo der Jahresniederschlag bei 700 - 750 mm liegt und die Höhenlage über NN 400 m nicht übersteigt. Da ähnliche Bedingungen im HSK im Raum Marsberg-Udorf bestehen, könnte die Heidelerche vielleicht auch dieses Gebiet besiedeln.

Uferschwalbe (90%): Wie 2001 5 Kolonien im HSK, wobei gegenüber dem Vorjahr eine Kolonie aufgegeben und eine neu gegründet wurde. Der Bestandstrend in der Kolonie bei Arnsberg-Bachum ist weiter rückläufig. Gründe sind nicht bekannt, die Bedingungen dort sind augenscheinlich unverändert optimal.

Kolonie Lehmsteilwand bei Arnsberg-Bachum: 234 BP (2000: 549-650 BP, 2001: 272 BP)

Kolonie Arnsberg-Bruchhausen, Firmengelände Degussa: 7 BP (2000: 3-4 BP, 2001: ca. 5 BP)

Kolonie Arnsberg-Vosswinkel an der Kreisgrenze: 28 BP (2000: 57 BP, 2001: 28BP)

Kolonie Bieberbach bei Arnsberg-Holzen/ Bremke: ca. 10 BP (2000: 11 BP, 2001: ca. 10 BP)

NEU: Ruhr zwischen Meschede-Freienohl und Arnsberg-Wildeshausen: 3 BP in einem Umgehungsgerinne (Fischtreppe)

erloschen: Kolonie Sauerland Spanplatten in Arnsberg-Niedereimer: 0 BP in Holzspanhaufen. Da die Firma die Spanhaufen inzwischen wieder nutzt, ohne auf die Schwalben Rücksicht zu nehmen, findet die Art dort keine geeigneten Nistbedingungen mehr (2000: 2-3 BP, 2001: ca. 15 BP)

Wiesenpieper (80% Medebacher Bucht): Insgesamt wurden 105-125 BP/ Reviere kreisweit bekannt (2001: ca. 110 Reviere/ Brutpaare). Es bestehen keine signifikanten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Ausnahme: Im Pitzfeld bei Medebach, einem traditionellen Brutgebiet der Art, ging die Zahl der Reviere von 14 (2001) auf 5-8 in 2002 zurück. Es wurden neue Brutgebiete bekannt. Weiterhin liegen aus allen Teilen des HSK Meldungen vor, wobei der Verbreitungsschwerpunkt der Art im Großraum Medebach-Hallenberg-Winterberg sowie im Briloner Raum liegt.

Braunkehlchen (98%): Bruten/Reviere bis auf 3 Ausnahmen bis auf 3 Ausnahmen (2 Stellen Winterberger Hochfläche, Brilon-Madfeld) nur noch in der Medebacher Bucht - wie in den Vorjahren. Insgesamt 57 Reviere im HSK (2000: 54 Reviere, 2001: 61 Reviere) sowie 16 Reviere im dem Medebacher Raum angrenzenden Hessen (2000: 11 Reviere, 2001: 12 Reviere).

Schwarzkehlchen: Auch 2002 wieder 1 Brutnachweis (Hillebachtal bei Winterberg-Hildfeld) und ein mögliches Revier (Medeloner Höhe). (2001: Nach Jahren der Abstinenz zur Brutzeit wieder 1 BP mit 4 juv. Hillebachtal und 1 Revier oder Übersommerung NSG „Neue Born“, Medebach-Küstelberg. Im letztgenannten Gebiet 2002 kein Nachweis.)

Gartenrotschwanz (10%): Die Art scheint im HSK noch seltener zu werden als in den Vorjahren. 2002 nur 4 Reviere/ Bruten und 1 Brutzeitbeobachtung; in Arnsberg nur noch 1 Revier. (2000: 11 Brutreviere und 4 Brutnachweise, des Weiteren 3 mögliche Reviere, 2001: 6 Reviere Stadtgebiet Arnsberg sowie 5 weitere Reviere übriges Sauerland).

Reviere/ Brutzeitbeobachtungen 2002: Ostwig, Arnsberg, NSG „Neuer Hagen“ (Winterberg-Niedersfeld), Marsberg

Ringdrossel: Der HSK-Brutbestand kann weiterhin als klein, aber stabil gelten.

Brutplatz bei Winterberg-Altastenberg: 19.05.02: kein Brutnachweis, aber 1 Ex. warnend sowie Rupfungsfund eines ad. Weibchen

Brutplatz bei Winterberg-Niedersfeld: keine Kontrolle in 2002

Feldschwirl: Das erste Erfassungsjahr dieser Art brachte 17 Meldungen singender Männchen aus allen Teilen des Kreises. Da ein Rückgang auch beim Feldschwirl angenommen wird, sollten früher besetzte und heute erloschene Brutplätze nachgemeldet werden!

Schlagschwirl: Wie auch 2000 und 2001 1 Revier an der westlichen Kreisgrenze bei Minden-Bremke.

Raubwürger (75%): In 2002 konnte der höchste Revierbestand in den Jahren ab 1995 nachgewiesen werden Insgesamt 45 Reviere (mögliche, wahrscheinliche und sichere Brutpaare) erbrachte die Kartierung. Diesem neuen Rekord steht allerdings die Meldung von nur 16 Jungvögeln gegenüber. Obwohl der Nachweis von Jungvögeln immer stark von der Kartierungsintensität abhängt, konnten mehrfach Reviere mit nicht brütenden Vögeln bzw. mit erfolglos verlaufender Brut nachgewiesen werden.

Raubwürger-Winterreviere (70%): Insgesamt wurden im Winter 2001/2002 53 Bereiche mit Winternachweisen des Raubwürgers gemeldet. Die Schwerpunkte verteilen sich wie in den Vorjahren auf das Europäische Vogelschutzgebiet „Medebacher Bucht“ mit den Städten Medebach und Hallenberg sowie die Städte Brilon und Marsberg.

Dohle (80%): Ein positiver Bestandstrend bei dieser Art: Die „Westpopulation“ hat sich gefestigt und ausgedehnt. Auch in Brilon breiten sich die Dohlen aus, beispielsweise befanden sich 3 Nester im Propsteiturm. Der Propsteiturm, in den 60er Jahren stark besiedelt, wurde danach geschlossen. Im Jahr 1990 schuf der VNV dort 2 Brutnischen und hängte 2002 6 Nistkästen auf, um eine (Wieder-) Besiedlung zu ermöglichen.

Brilon: 2002 keine Gesamtzahl. (2001: 30-35 BP)

Stadtgebiet Arnsberg: insg. 11 BP (5 BP Innenstadt Neheim, 2 BP Gelbe Schule A.-Hüsten, 2 BP Bezirksregierung Arnsberg, 2 BP Altstadt Arnsberg); ganzjährig bis zu 20 ad. Vögel in Arnsberg. (2000 erstmals Bruten, 2001 4 BP sowie Ortsteil Neheim eine mögliche Brut).

Kolkrabe (30%): Der Kolkrabe hat das Kreisgebiet zerstreut, aber weitgehend flächendeckend wiederbesiedelt. Fehlende Nachweise aus einem Raum sind vermutlich auf Kartierungslücken zurückzuführen. Insgesamt konnten 6 Brutnachweise erbracht werden (2001: 8 Bruten), die sich gleichmäßig auf die Altkreise Brilon und Arnsberg verteilen. Brutverdacht bestand jeweils einmal in den Städten Meschede, Marsberg und Winterberg. 11 weitere Bereiche könnten auf Grund der Datenlage Brutbereiche oder zukünftige Brutbereiche sein (Beobachtung von Verlobungspaaren). Trotz der lückenhaften Datenlage wird die Anzahl der Kolkraben-Reviere auf derzeit rund 20 geschätzt.

Zippammer (90%): Die Art ist weiterhin Brutvogel im HSK. Auch im Jahr 2002 konnte die Zippammer an ihrem wohl nördlichsten Brutplatz in Europa nachgewiesen werden. Bei der Kontrolle sangen 2 Männchen in dem Steinbruch bei Brilon.

Rohrammer (80%): Es gibt wenig Veränderungen gegenüber den letzten Vorjahren. 19 BP verteilten sich auf 11 Brutplätze (2000: 20 BP bei 14 Brutplätzen, 2001: 20 Brutpaare bzw. Reviere bei 13 Brutplätzen). Die langjährigen Brutplätze im Röhrtal bei Arnsberg-Müschede und am Ruhrstau bei A.-Hüsten konnten jedoch in 2002 nicht mehr bestätigt werden.

Bei einem Vergleich der Zahlen der letzten Jahre mit den Jahren 1989/90 wird aber deutlich, dass der HSK-Gesamtbestand deutlich abgenommen hat: von 40-50 BP auf ca. 20-25.Gegenüber 1990 sind einige Brutplätze aufgegeben worden; der Bestand der letzten Jahre scheint sich aber zu halten.

Grauammer: Seit einschließlich 1998 im HSK ausgestorben.

zusammengestellt von H. Legge