1999-OAG

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Ergebnisse der Bestandsaufnahmen genauer erfasster Arten für das Jahr 1999

Zwergtaucher (Erfassungsgrad 100%): 

Entgegen den Vorjahren sind alle ehemaligen Brutplätze verwaist. Ehemaliger Brutplatz Sorpesee: nach einmaliger Brut in 1997 (2 BP) starke Biotopveränderung. Ruhrstau Hüsten: ebenfalls keine Brut. Artenschutzteich Kreisgrenze bei Arnsberg Vosswinkel: im Winter 1999/2000 durchgeführte Entbuschungen lassen für 2000 auf Brut hoffen.

 

Graureiher (80%):

Im HSK sind 9 Kolonien und ein Einzelbrutplatz bekannt. Es fanden insgesamt 134 erfolgreiche Bruten statt. In den letzten Jahren gab es keine großen Bestandsveränderungen, im Vergleich mit dem Beginn der 80er Jahre erfolgte jedoch eine deutliche Bestandszunahme.

 

Schwarzstorch (30%):

1999 konnten mindestens 13 Reviere ermittelt werden, die sich teilweise auch auf Nachbarkreise erstreckten. Im Rahmen der Kartierungen und Befragungen von Förstern ergaben sich 7 Brutnachweise mit mindestens 6 Jungvögeln, 5 mal Brutverdacht/ Reviere und ein mögliches Brutpaar.

 

Schwarzmilan (100 %):

Wie in den Vorjahren auch 1999 1 BP am bekannten Brutplatz bei Marsberg-Padberg. Ein früher Durchzügler wurde am 26.6.99 bei Frenkhausen gesichtet.

 

Wanderfalke 100 %):

Entgegen Befürchtungen, dass die in den Brutplätzen 1 und 2 anwesenden Uhus eine erfolgreiche Wanderfalkenbrut verhindern könnten, wurde an beiden Brutplätzen 1 Junges flügge.

 

Rebhuhn (40 %):

Vorkommen in den Gebieten Medebach, Marsberg und im Ruhrtal um Neheim-Hüsten. Während im Ruhrtal eindeutig ein Abwärtstrend besteht (nur noch 1 BP mit 6 juv. bei Arnsberg-Vosswinkel), muss in den Räumen Medebach und Marsberg genauer erfasst werden.

Marsberg: 1 BP mit 7 juv. zwischen Marsberg Erlinghausen und Diemelstadt-Neudorf

Medebacher Bucht: insg. 5 Beob., davon 1 Brutnachweis zwischen Medebach und Medelon

 

Wachtel (40 %):

1999 kamen die Beobachtungen wie 1998 schwerpunktmäßig aus der Medebacher Bucht. Nur vereinzelte Nachweise wurden aus dem Mescheder und Briloner Raum gemeldet.

 

Wachtelkönig (?):

In 1999 8 Rufer, v.a. in stillgelegten Ackerflächen und Mähwiesen, alle im Stadtgebiet Arnsberg. Trotz Kontrollen keine Nachweise in weiteren Gebieten des HSK. 1998 noch 22 Rufer im HSK. Dieser negative Rückgang war bundesweit zu beobachten.

 

Flussregenpfeifer (50 %):

15 Brutnachweise mit erfreulich vielen flüggen juv. sowie 2 Bruthinweise. Bemerkenswert sind 2 Bruten in natürlichem Habitat auf Flussschotterinseln der Ruhr bei Arnsberg-Neheim und Meschede Freienohl.

 

Kiebitz (95 %):

Insgesamt 4 BP alle im Stadtgebiet Brilon, offenbar mit geringem Bruterfolg. Der Abwärtstrend ist unverändert, die Art wird vermutlich im HSK als Brutvogel aussterben. Problematisch ist u.a., dass Maisäcker im Frühjahr für Kiebitze attraktiv sind, im Verlauf einer eventuellen Brut als Lebensräume doch ungeeignet werden und aufgegeben werden müssen.

 

Bekassine (100 %):

Nur 2 Nachweise von balzenden Ex.:1 ,,Irrgeister" bei Olsberg-Niedersfeld; 1 ,,Hooren" bei Medebach. Bundesweite Abnahme der Brutbestände.

 

Turteltaube (30 %):

Es wurden 56 Rufer gemeldet, hauptsächlich aus der Medebacher Bucht. Der Rückgang der Meldungen (1998: 79 Rufer) beruht offensichtlich darauf, dass die Art zu wenig beachtet wird. Darum die Aufforderung, alle rufenden Ex. zu melden!

 

Kuckuck (40 %):

22 Rufer wurden gemeldet. Schwerpunkt der Verbreitung ist der Raum Marsberg. Im Raum Winterberg hat die Art in den letzten 4 Jahren eindeutig abgenommen. Anfang Mai 2000 fand eine HSK- weite Presseaktion statt, rufende Kuckucke zu melden.

Schleiereule (30 %):

3 Bruten, 1 besetzter Nistkasten, eine Sichtbeobachtung und ein Todfund wurden registriert. Allerdings ist der Bestand im HSK vermutlich größer. Ab 2000 wird im Raum Marsberg die Art intensiv erfasst.

 

Steinkauz:

1999 wurden keine direkte Suche nach der Art unternommen; es liegen keine Meldungen vor.

 

Uhu (90 %):

Erfreulich gute Verbreitung im HSK: 19 Reviere waren im HSK besetzt, es brüteten 12 von 17 Brutpaaren erfolgreich.

 

Wendehals (80 %):

Im HSK wohl ausgestorben. Eine Kontrolle von 15 Nistkästen für die Art im Raum Marsberg durch W. Schubert erbrachte keine Nachweise. 1 Rufer am 1.6.99 im NSG ,,Neuer Hagen" bei Olsberg Niedersfeld war ein später Durchzügler.

 

Mittelspecht (40 %):

Es wurden 15 Reviere bzw. Einzelvögel (gegenüber 18 Revieren 1998) gemeldet, darunter fällt ein bis dato unbekanntes Vorkommen am Kahlenberg bei Marsberg-Padberg.

 

Kleinspecht (20 %):

14 gemeldete Reviere, darunter 3 Brutnachweise.

 

Eisvogel (50 %):

Eine Brut wurde aus dem Stadtgebiet Eslohe bekannt. Daneben liegen Daten nur für das Ruhrtal von Meschede-Freienohl bis zur Kreisgrenze bei Arnsberg-Vosswinkel vor: In diesem Flussabschnitt gelangen 10 Brutnachweise. Brutzeitbeobachtungen darüber hinaus: Wenne bei Meschede-Breruke, Wannebach bei Arnsberg-Niedereimer, Hellefelderbach bei Arnsberg.

 

Uferschwalbe (90 %):

Die größte Brutkolonie an einem natürlichen Standort (Lehmsteilwand eines Fließgewässers) in ganz NRW befindet sich mit 370-380 BP an der Ruhr bei Arnsberg-Bachum. Dieser Brutplatz ist rechtlich langfristig gesichert, da der Dynamik der Ruhr hier kein Riegel durch Uferverbauung vorgeschoben werden wird. Vielmehr erhält der Besitzer der angrenzenden Ackerfläche Ausgleichszahlungen, falls sich der Fluss weiter in den Acker ,,frisst". Sehr problematisch sind aber Störungen durch Freizeitbetrieb (s. Artikel in ,,Irrgeister" 2/2000).

Weitere Bruten der Uferschwalbe: 35 BP bei Arnsberg-Niedereimer, 1 BP bei A.-Bruchhausen (Firmengelände Degussa).

 

Braunkehlchen (90 %):

Bruten nur noch in der Medebacher Bucht, hier 49 Reviere im HSK (die gleiche Anzahl wie 1998) so wie 8 Reviere im angrenzenden Hessen. Da aus Zeitgründen nicht so intensiv kartiert wurde wie im Vorjahr, könnte vor allem im angrenzenden Hessen die tatsächliche Revierzahl leicht höher liegen. Der ehemalige Brutplatz bei Brilon-Madfeld blieb verwaist. Bestandsentwicklung in den einzelnen Gebieten im Vergleich zum Vorjahr:

Hooren: positive Entwicklung

Nuhnewiesen: konstant auf hohem Niveau

Pitzfeld: dramatische Biotopverschlechterung (Zaunentfernung, Scheunenerweiterungen, Entwässerungen, Anpflanzung von Bäumen und Hecken, Spaziergänger mit Hunden) lässt für die Zukunft Schlechtes befürchten

 

Gartenrotschwanz (20 %):

9 Bruthinweise sowie 4 Brutnachweise.

 

Ringdrossel (?):

2 Bruthinweise, je 1 bei Winterberg-Altastenberg und bei Winterberg-Niedersfeld (Sichtbeobachtungen zur Brutzeit sowie Gesang.). Die Vögel wurden im Sauerland bis jetzt singend ausschließlich um Sonnenaufgang herum festgestellt - entgegen den Brutvögeln anderer Regionen. Beispielsweise singt die Art in den Karpaten, wo sie Charaktervogel der Bergwälder ist, mindestens den gesamten Vormittag. In den deutschen Alpen ist ihr Gesang vormittags bis etwa 10/11.00 Uhr und abends bei Sonnenuntergang zu hören (M. Schmitz, Essen mdl.).

 

Raubwürger (80 %):

1999 konnten 35 Brutreviere (Brutnachweise, wahrscheinliche und mögliche Brutpaare) nachgewiesen werden. Dies bedeutet den höchsten Stand in den letzten 5 Jahren der Erfassung durch die OAG, wo bei alle Nachweise außerhalb der Kreisgrenzen nicht mit aufgenommen wurden.

Neben der Medebacher Bucht mit 15 Revieren (Medebach 13, Hallenberg 2) zeigt sich immer mehr die hohe Bedeutung des Briloner und Marsberger Stadtgebietes. 14 Paare brüteten rund um die Briloner Hochfläche (Brilon 11, Marsberg 3). Die anderen Brutreviere verteilten sich auf Olsberg (2), Meschede (3) und Schmallenberg (1).

Die Anzahl der Jungvögel erreicht mit 30 fast den höchsten Wert von 1996 (34), obwohl dies auch stark auf die hohe Kartierungsintensität zurück zuführen ist.

 

Dohle (100 %):

Die Art brütet bis jetzt nur in Brilon, und zwar fast ausschließlich in alten Häusern des historischen Stadtkerns. Im Sommer/Herbst 1999 wurden max. 142 Ex. beobachtet.

 

Kolkrabe (?):

Ein Brutnachweis gelang 1999 im Luerwald (Stadtgebiet Arnsberg). Im Raum Marsberg ist Brut ebenfalls zu vermuten, da es dort ganzjährig regelmäßige Beobachtungen und aus dem angrenzenden Altkreis Büren seit einigen Jahren Brutnachweise gibt. Es ist denkbar; dass sich die Art - dem allgemeinen Trend folgend - in den kommenden Jahren weiter im HSK ausbreiten wird.

 

Zippammer (?):

Auch im Jahr 1999 konnte ein Brutnachweis im Steinbruch bei Brilon erbracht werden. Obwohl die Untere Landschaftsbehörde seit Jahren über dieses wohl nördlichste Brutgebiet der Art in Europa informiert ist, wurde der Bruch immer noch nicht als geplantes Naturschutzgebiet in den Entwurf des entsprechenden Landschaftsplanes übernommen!

 

Rohrammer (80 %):

Es wurden 14 Brutplätze mit 20-21 BP ermittelt, wobei die Brutplätze dieselben wie 1998 waren und auch der Bestand etwa gleich dem Vorjahr blieb. Den Verbreitungsschwerpunkt bildet das Ruhrtal. Nach einem Zusammenbruch der Population im höheren Bergland, z.B. bei Medebach-Küstelberg Ende der 80er Jahre, stabilisierte sie sich seit etwa 1995 im Restgebiet des HSK: Im Raum Medebach werden noch einzelne BP vermutet.

 

Grauammer:

Seit einschließlich 1998 im HSK ausgestorben.