1998-OAG

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Bestandsaufnahmen ausgewählter Arten in 1998

 

Zwergtaucher (Artbearbeiter B. Koch)

Die einzigen Brutplätze des kleinen Tauchers liegen im Arnsberger Stadtgebiet: 1 Bp. mit mindestens 2 flüggen Jungvögel auf dem Ruhrstau bei Arnsberg-Hüsten, 1 Bp. mit 5 geschlüpften bzw. mindestens 3 flüggen Jungvögeln auf dem Artenschutzgewässer bei Arnsberg-Voßwinkel

 

Schwarzstorch (F.-J. Stein)

1998 können 11 Brutreviere nachgewiesen werden, die sich teilweise auch auf Nachbarkreise erstrecken. Aufgrund der Bestandsaufnahmen und Befragungen von Förstern ergeben sich 5 Brutnachweise (davon eine aufgegebene Brut) mit mindestens 7 Jungvögeln, 5 x Brutverdacht und eine einzelne Brutzeitbeobachtung.

 

Wanderfalke (W. Schubert)

Nachdem 1998 an beiden Brutplätzen (Bruchhauser Steine und Steinbruch 1) wegen der Anwesenheit von Uhus keine erfolgreiche Brut stattfand, wird in 1999 erstmals nach 10 Jahren keine Bewachung der Brutplätze durch den VNV durchgeführt.

 

Rebhuhn (B. Koch)

Brutnachweise und -hinweise wurden nur aus der Medebacher Bucht (6 Reviere) und dem Arnsberger Nordwesten (2 Bp., davon eins mit 5 Jungvögeln) gemeldet.

 

Wachtel (R. Götte)

1998 gab es mit 70 Nachweisen ein sehr erfolgreiches Wachteljahr. Allerdings wurden allein 59 davon bei einer genauen Kartierung der Biologischen Station durch G. Schlagheck in der Medebacher Bucht erbracht.

 

Wachtelkönig (M. Lindner)

Die OAG beteiligt sich an der deutschlandweiten Bestandsaufnahme des Wachtelkönigs. Dabei wurden 642 rufende Männchen in 1998 festgestellt, davon insgesamt 20 im Kreisgebiet. Diese verteilen sich auf fast alle Stadtgebiete des Hochsauerlandkreises.

 

Flussregenpfeifer (B. Koch)

Festgestellt wurden maximal 13 Bp. Die Art, die ursprünglich auf vegetationsarmen Inseln natürlicher Fließgewässer brütete, besiedelt heute Sekundärhabitate wie Schlamm- und Klärteiche, Industriebrachen und Steinbrüche. B. Koch fordert zur gezielten Erfassung in den Steinbrüchen des Sauerlandes auf, in denen er noch einige Brutpaare vermutet.

 

Kiebitz (B. Koch)

Nachdem der Brutbestand 1997 mit nur noch 13 bis 14 Bp. und 2 balzenden Einzelvögeln auch wegen der relativ vollständigen Erfassung schon als erschreckend niedrig eingestuft wurde, brachte das Jahr 1998 den Tiefpunkt. Maximal 3,3 Ex. aus dem Neheimer Bereich und eine Brutzeitbeobachtung von den Briloner Schlammteichen wurden gemeldet.

 

Bekassine (W. Schubert)

Im Hochsauerlandkreis gab es in 1998 wieder nur 2-3 Brutreviere. Auch landesweit geht es der Bekassine schlecht. In NRW gibt es nur noch ca. 75 Bp.

 

Turteltaube (E. Neuß)

Für diese Art wurde 1998 erstmals der Bestand zusammengefasst. Obwohl 79 Reviere gemeldet wurden, müssen die Ergebnisse etwas relativiert werden. 59 Reviere wurden allein bei der genauen Erfassung der Biologischen Station in der Medebacher Bucht durch G. Schlagheck ermittelt.

 

Kuckuck (B. Koch)

Immerhin 26 Plätze mit rufenden Männchen wurden gemeldet und damit eine leichte Zunahme gegenüber 1997 (21 Plätze).

 

Schleiereule (M. Lindner)

Bis auf einen Nistkasten in Marsberg-Leitmar, der von E. Giller kontrolliert wurde, gab es keine gezielten Bestandsaufnahmen der Schleiereule. Sowohl in Leitmar als auch vom Brutplatz an der Kreisgrenze bei Menden-Bremke (H. König) wurden trotz besetzter Reviere keine Bruten gemeldet.

 

Steinkauz (M. Lindner)

Am 30.9.98 beobachtete E. Neuß einen Steinkauz auf einem Hausdach am Schreppenberg in Arnsberg. Der Vogel flog ins Ruhrtal, wo es noch Weiden mit Obstbäumen gibt. Diese und andere geeignete Flächen müssten während der Brutzeit mit Klangattrappen kontrolliert werden. Steinkäuze rufen von Anfang Februar bis Mitte April ab einer halben Stunde nach Sonnenuntergang.

 

Uhu (M. Lindner)

Die sehr genaue Bestandserfassung durch M. Lindner ergab für 1998 18 besetzte Reviere mit 17 Brutpaaren. Ein Paar brütete scheinbar nicht. 5 Bp. gaben die Brut auf. 11 Bp. hatten zusammen mindestens 16 Junge. 1998 wurden die Bruchhauser Steine wiederbesiedelt, nachdem der Uhu dort 1876 ausgerottet wurde! Es kam jedoch nach später Balz noch nicht zu einer erfolgreichen Brut.

 

Wendehals (W. Schubert)

In 1998 wurden keine Beobachtungen gemeldet. Der Wendehals ist aller Wahrscheinlichkeit nach im Hochsauerlandkreis ausgestorben.

Mittelspecht (V. Falkenstein)

In 1998 wurden 18 Reviere bzw. Einzelvögel gemeldet. 16 hiervon liegen im Stadtgebiet von Arnsberg, davon allein 11 im Wildwald Voßwinkel. Neben einer Brutzeitfeststellung aus dem bekannten Revier ,,Kreuzbuche" bei Marsberg-Bredelar ist besonders der Nachweis östlich von Medebach erwähnenswert. Im Hochsauerland konnte die Art bisher nur entlang der Nordgrenze in einem zusammenhängenden Verbreitungsgebiet in den Eichenwäldern von Arnsberg bis Marsberg nachgewiesen werden.

 

Kleinspecht (W. Wilkens)

Es wurden 10 Reviere gemeldet. Hiervon liegen 5 in Arnsberg, 3 in Medebach und jeweils eines in Marsberg und Meschede.

 

Braunkehlchen (F. Schnurbus)

1998 konnten ca. 49 Reviere ermittelt werden:

30 Reviere (+1-2) - Nuhnewiesen bei Hallenberg

4 Reviere - Pitzfeld bei Medebach

3 Reviere - Hooren bei Medebach

3 Reviere - westl. Hooren bei Medebach

1 Revier - Gelängewiesen bei Medebach

2 Reviere - östl. der Korbacher Landstraße beiMedebach

1 Revier - nordöstl. Oberschledorn

2 Reviere - Hilletal bei Hildfeld

2 Reviere - Neue Born bei Küstelberg

1 Revier - Springebach bei Grönebach

Außerhalb dieses geschlossenen Verbreitungsgebietes gab es 1998 keine Bruthinweise im HSK!

 

Gartenrotschwanz (E. Neuß)

In 1998 wurden nur Hinweise auf 4 Brutreviere im Hochsauerlandkreis gemeldet.

 

Raubwürger (F.-J. Stein)

Im Jahr 1998 konnten nur 26 Reviere des Raubwürgers ermittelt werden. Obwohl dies gegenüber den Vorjahren auf einen Rückgang hindeutet, ist doch hauptsächlich die schlechtere Erfassung für diese Zahlen entscheidend.

1995 - 33 Reviere

1996 - 33 Reviere

1997 - 32 Reviere

1998 - 26 Reviere

Immerhin wurden 22 Jungvögel und damit ein recht guter Bruterfolg nachgewiesen. 1997 gab es bei 32 Revieren nur nachgewiesene 8 Jungvögel! Die Verteilung der Reviere auf die Stadtgebiete des Hochsauerlandkreises zeigt, dass nur noch 3 Gebiete außerhalb des Altkreises Brilon liegen.

 

Dohle (R. Götte)

R. Götte hat den Dohlen-Brutbestand in Brilon (die Art brütet im HSK nur noch in Brilon) erstmals nach mehreren Jahren in 1998 wieder aufgenommen. Mit 22 Bp. liegt dieser über dem Bestand von 1984 bis 1992.

 

Kolkrabe (W Schubert)

Brutzeitbeobachtungen des Kolkraben gibt es 1998 aus dem Luerwald. W. Schubert bittet um die Meldung aller Beobachtungsdaten, auch außerhalb der Brutzeit!

 

Zippammer (E-J.Stein)

Die Zippammer halt ihr wohl nördlichstes Brutgebiet in Europa im Hochsauerlandkreis! 1998 konnten bereits am  22.3. 3 Ex. im Schneegestöber im Steinbruch I nachgewiesen werden. Am 1.6. (H. König) und am 4.7.98 (Jöbges, Müller) wurden Brutnachweise an etwa gleicher Stelle erbracht.

Der Brutplatz entwickelt sich leider zu einem Tummelplatz von ,,Birdern" der Nordrhein- Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft!

 

Rohrammer (B. Koch)

1998 wurden 14 Brutplätze mit mindestens 19 Brutpaaren ermittelt. Davon wurden 12 Brutpaare in Arnsberg im Ruhr-, Möhne- und Rölatal festgestellt. Die anderen Brutplätze dieser im Sauerland deutlich seltener werdenden Art liegen beim NSG Hemmeker Bruch bei Brilon-Madfeld (1 Bp.), an den Westheimer Teichen/Marsberg (3 Bp.), in den Pitzfeld-Wiesen bei Medebach (2 Bp.) und in den Nuhnewiesen bei Hallenberg (1 Bp.).

 

Grauammer (B. Koch)

Im Jahr 1998 konnten an den bekannten Plätzen keine brutverdächtigen oder singenden Grauammern festgestellt werden Die Art steht im Hochsauerlandkreis vor dem Aussterben bzw. ist bereits ausgestorben.