1997-OAG

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Brut-Ergebnisse der 1997 genauer erfaßten Arten

Schleiereule (Artbearbeiter M. Lindner)

Obwohl keine systematischen Kontrollen durchgeführt wurden, konnten 4 Bruten nachgewiesen und außerdem 2 Brutzeitbeobachtungen erbracht werden:

1 Bp. mit 2 Bruten (lx 9 und 1x 6 Junge) in Marsberg-Leitmar

1 Bp. mit 2 Jungen in Menden-Bremke (H.König)

1 Bp. in Arnsberg-Uentrop

1 Bp. in Sundem-Hellefeld

1 Brutzeitbeobachtung in Sundern-Hellefeld

1 Brutzeitbeobachtung in Brilon-Alme

Für die Kontrolle der vorhandenen Nistkästen werden Mitarbeiter aus allen Kreisteilen gesucht.

 

Uhu (M. Lindner)

In 1997 konnten 13 besetzte Reviere festgestellt werden. Von 10 nachgewiesenen Brutpaaren blieben exakt 50% ohne Bruterfolg. Hauptgrund für den hohen Brutausfall ist wohl das regenreiche Frühjahr. Außerdem werden menschliche Störungen vermutet. Bei den erfolgreich brütenden 5 Paaren konnten 10 Jungvögel ermittelt werden. Für die vielfältig bedrohten Uhubrutplätze sollen in den nächsten Jahren Schutzkonzepte (Ankauf, Schutzgebietsausweisung etc.) erstellt werden.

 

Steinkauz (M. Lindner)

Nur etwa 1 km von der Kreisgrenze entfernt konnte im Märkischen Kreis 1997 eine Brut in einem Apfelbaum nachgewiesen werden. In den klimatisch begünstigten Teilen des Hochsauerlandkreises sollte verstärkt auf diese Art geachtet werden.

 

Wachtelkönig (B. Koch)

Nur ein ,,Rufer" konnte 1997 nachgewiesen werden (Marsberg-Meerhof). M. Lindner berichtet über die laufende Deutschland- und Europakartierung. Die Daten werden ab 1998 von ihm an die Koordinatoren der o.a. Kartierung, den Landesbund für Vogelschutz Bayern, gemeldet.

 

Kiebitz (B. Koch)

1997 konnten nur noch 13-14 Brutpaare und 2 balzende Einzelvögel festgestellt werden. Bei diesem ziemlich vollständig erfassten, jedoch erschreckend geringen Bestand verliefen fast alle Bruten erfolglos. Nur außerhalb landwirtschaftlicher Flächen konnten einige wenige Jungvögel ermittelt werden. Bei intensiver Landwirtschaft haben Kiebitze praktisch keine Chance auf erfolgreiche Brut!

 

Rebhuhn (B. Koch)

In Arnsberg-Voßwinkel konnten noch 2 Brutpaare festgestellt werden. Der noch 1996 besiedelte Brutplatz im Ruhrtal bei Arnsberg-Bachum ist wegen starker Lebensraumveränderungen verwaist. Weiterhin wurde 1 Brutpaar nordöstlich Medelon sowie 1 Ex. bei Medebach Düdinghausen gemeldet. Die Medebacher Bucht sowie der Bereich Marsberg-Giershagen und Marsberg-Erlinghausen-Udorf dürften noch Brutbestände aufweisen, doch fehlen hier leider Kontrollen.

 

Kuckuck (B. Koch)

Es wurden insgesamt nur 21 Plätze mit rufenden Männchen gemeldet. Der Bestand dieser Art scheint sich vor allem im unteren Sauerland stark auszudünnen. Im oberen Sauerland dagegen scheinen die Zahlen noch einigermaßen gleichbleibend. Wie aber bereits in den beiden letzten Jahren angesprochen, ist der Erfassungsgrad dieser leicht zu kontrollierenden Vogelart bei uns zu schlecht. Ganze Großräume wie Brilon, Olsberg, Meschede, Sundern, Schmallenberg, Siedlinghausen, Hallenberg usw. werden offenbar nicht erfasst.

 

Rohrammer (B. Koch)

In 1997 wurden 17 Brutplätze mit mindestens 23 Brutpaaren festgestellt. Der tatsächliche Brutbestand dürfte bei ca. 30-35 Brutpaaren liegen. Schwankungen im Brutbestand erklären sich einerseits aus Beobachtungslücken wie auch aus Lebensraumveränderungen. Kontrollen an den ,,alten" Brutplätzen im höheren Sauerland durch W. Schubert ergaben keine Brutzeitnachweise. Ebenso fehlen Brutzeitbeobachtungen aus der Medebacher Bucht. Die ,,Zunahme" im Bereich der Westheimer Teiche dürfte aufgrund intensiverer Nachsuche zustande kommen. Ob die Art im Ruhrtal im Großraum Meschede tatsächlich nicht mehr als Brutvogel erscheint, bedarf noch genauer Klärung. Der langjährige Brutplatz am Ruhrstau Freienohl wurde offenbar 1997 nicht genau kontrolliert, weil von hier auch keine Negativmitteilung vorliegt. Im unteren Ruhrtal hält sich der Brutbestand noch einigermaßen, doch werden hier immer mehr Brutplätze aufgegeben, ohne das neue belegt würden. So wird der Brutplatz Neheim-Binnerfeld in den nächsten Jahren wohl wegen Verbuschung aufgegeben, an der Kläranlage Neheim-Ohl ist aufgrund starker Baumaßnahmen 1997 1 Brutpaar weniger erschienen. Trotzdem sollten alle ehemaligen Brutplätze so weit eben möglich weiterhin regelmäßig kontrolliert werden.

 

Grauammer (B. Koch)

Für 1997 liegen nur noch Brutzeit- bzw. Gesangsbeobachtungen aus der Feldflur Marsberg-Meerhof vor. Hier wurden 1997 noch 2 singende Männchen angetroffen. Aus den ,,ehemaligen" Gebieten mit singenden Männchen, Brilon-Wülfte und Brilon-Madfeld 1 Rösenbeck, liegen inzwischen schon sein 2 Jahren keine Brutzeitbeobachtungen mehr vor. Nach wie vor gibt es keinen ,,echten" Brutnachweis dieser Vogelart aus dem Sauerland. Gerade weil die Art nicht nur im Sauerland so stark im Bestand abnimmt, sollten die aktuellen und die ehemaligen Gesangsplätze mehrfach kontrolliert werden, da durchaus Männchen bis in den Juni hinein an Brutplätzen erscheinen können. Eine gute Singphase ist der ,,Hochsommer" (Juli).

 

Bekassine (W Schubert)

1997 liegen nur Brutzeitbeobachtungen aus dem Namenlose- und dem Springebachtal (beide im Stadtgebiet Winterberg) vor.

Nachtrag: am 18.6.1996 stellte R. Götte eine Bekassine im Dreisbachtal nahe Hallenberg fest!

 

Flußregenpfeifer (H. Bartetzko)

H. Bartetzko gab einen Überblick über die gemeldeten Brutvorkommen aus 1997: 2 Bp. Kläranlage Bachumer Ohl, Arnsberg, am 20.7.97 1 BP mit 4 Jungvögeln (B. Koch)

2 Bp. am Hennesse bei Meschede, keine erfolgreiche Brut wegen menschlicher Störungen (W. Wilkens)

4 Bp. an der Kläranlage Arnsberg-Obereimer, von denen nur 1 BP erfolgreich 3 Jungvögel aufzieht (E. Neuß)

1 Einzelvogel am 13.4.97 auf der Insel im VEW-See Olsberg (B. Koch)

 

Wendehals (W Schubert)

Der Wendehais ist aller Wahrscheinlichkeit nach im HSK ausgestorben! Auch an kontrollierten ehemaligen Brutplätzen im Raum Marsberg und Medebach konnten keine Nachweise erbracht werden.

 

Mittelspecht (V Falkenstein)

V. Falkenstein wurden in 1997 insgesamt 13 Reviere gemeldet. Hiervon liegen 9 im Stadtgebiet von Arnsberg, 2 in Brilon und jeweils 1 in Medebach und Meschede. Außerhalb Arnsberg konnten in 1997 keine genaueren Bestandserhebungen durchgeführt werden.

 

Kleinspecht (W Wilkens)

W. Wilkens erläuterte die gemeldeten Daten für 1997.

 

Turteltaube (E. Neuß)

E. Neuß wurden 46 Brutzeitfeststellungen gemeldet. Für 1998 sollte die Verbreitung in einer Übersichtskarte dargestellt werden.

 

Raubwürger (F-J. Stein)

Anhand einer Übersicht wurde die Bestandsentwicklung der letzten 3 Jahre verdeutlicht. Es ergeben sich für 1995 33 Reviere (mögliche, wahrscheinliche und sichere Brutpaare), für 1996 33 Reviere, für 1997 32 Reviere. Obwohl bei den Paarzahlen in etwa die Anzahl der Vorjahre erreicht wurde, deuten die wenigen nachgewiesenen Jungvögel auf ein sehr schlechtes Raubwürgerjahr hin: 1995 mindestens 11-12 Jungvögel, 1996 mindestens 33-34 Jungvögel, 1997 8 Jungvögel.

 

Gartenrotschwanz (E. Neuß)

E. Neuß wurden nur 5 Nachweise gemeldet!

 

Braunkehlchen (F Schnurbus)

1997 gab es ca. 60 Brutreviere im Hochsauerlandkreis, die sich auf die Medebacher Bucht konzentrierten.

 

Dohle (R. Götte)

Am 6.3.97 wurden 80 Ex. an der Nicolaikirche in Brilon festgestellt (kein Brutplatz). Nach der Brutzeit konnte B. Koch bei Brilon ca. 200 Ex. zählen. Am 11.2.1998 saßen 22 Paare an der Probsteikirche in Brilon. Besonders sinnvoll ist eine Erfassung Ende März. Die meisten Bruten finden wohl in ungenutzten Schornsteinen statt! Ab 1998 bitte Daten an R. Götte melden!

M. Lindner weist grundsätzlich darauf hin, dass auch die erfolglos kontrollierten Brutplätze der genauer zu erfassenden Arten sinnvollerweise an die Artbearbeiter gemeldet werden sollten.