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Pressemitteilung des „Vereins für Natur- und Vogelschutz im HSK e.V.“

 Erhalt der landschaftlichen Vielfalt

     - Naturschutzverein pflegt Obstwiese am Spreiberg

 Ein malerisches, friedliches Plätzchen – so stellt sich die Landschaft auf dem Spreiberg östlich Arnsberg-Müschede dem Spaziergänger dar. Im Naturschutzgebiet „Spreiberg“ herrscht mageres  Grünland vor, dass extensiv beweidet wird und hohen ökologischen Wert besitzt. Ein wesentlicher Aspekt dieses beliebten Naherholungsgebietes ist eine Obstwiese, bestehend aus etwa 20 alten, knorrigen Obstbäumen. Sie gehörten zu zwei Bauernhöfen, die etwa 1954 abgerissen wurde, als das Gebiet Truppenübungsplatz wurde. Die Bundeswehr nutzt die Fläche nun nicht mehr. Die Bäume drohten in den nächsten Jahren zu verschwinden, da sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr beschnitten wurden und darum nach und nach in sich zusammen brachen. Denn als Kulturpflanze benötigen Obstbäume einen regelmäßigen Erhaltungsschnitt.

 Dem Problem hat sich nun der Verein für Natur- und Vogelschutz (VNV) angenommen, der bei den alten Bäumen, hauptsächlich Apfel, in den letzten Wochen einen solchen Pflegeschnitt durchführte. „Auf diese Weise wollen wir hier und in anderen Gebieten des HSK die Reste der noch vor wenigen Jahrzehnten ausgedehnten Streuobstwiesen erhalten.“, erläutert Jörg Langanki, Vorstandsmitglied im VNV. Waren früher unsere Dörfer noch umgeben von einem regelrechten Gürtel von Obstwiesen, die der Versorgung der Bevölkerung dienten, verschwanden sie rapide ab den 1960er Jahren durch Überalterung oder gezielte Rodung. Langanki: „So ging aber nicht nur ein prägender Bestandteil unserer historisch gewachsenen, bäuerlichen Kulturlandschaft verloren, sondern auch ein wertvoller, artenreicher Lebensraum.“

Denn in den und um die hochstämmigen, großkronigen Bäume einer Streuobstwiese lebt eine Vielzahl von Tierarten. Verschiedenste Insekten besiedeln Obstwiesen, von den blattfressenden Larven vieler Insekten über blütenbesuchende Bienen, Fliegen und Schmetterlinge bis hin zu Totholz bewohnenden Käfern. Der Reichtum an Insekten bedingt wiederum das Vorkommen insektenfressender Tiere wie Fledermäuse und Vögel in den Obstwiesen. Auch wenn in unserer Region Vogelarten wie Wendehals und Gartenrotschwanz bereits sehr selten sind, so leben eine ganze Reihe früher häufiger und inzwischen selten gewordener Vögel wie Grauschnäpper und Feldsperling in den Obstwiesen. Von den Fledermäusen sind es die Zwergfledermaus und die Breitflügel-Fledermaus, die auch heute noch regelmäßig in den Obstgärten unseres Raumes jagend beobachtet werden können.

 In der Vergangenheit wurde solch ein ehrenamtlicher Einsatz noch durch Fördermittel des Landes unterstützt. Diese Gelder sind aber durch die CDU-FDP-Landesregierung gänzlich gestrichen worden. „Wir bekommen nun keine Unterstützung mehr für Kosten für Motorsägensprit oder Arbeitsgeräte.“, prangert Langanki an. „Naturschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben. Dies müsste auch den derzeit Regierenden bewusst sein, die die Wichtigkeit von ehrenamtlichem Engagement immer besonders betonen.“

 Neben einem wertvollen Lebensraum bieten Obstwiesen in unserer Landschaft ein phantastisches Bild für den Erholungssuchenden, besonders, wenn sie im Frühjahr in der Blüte stehen – Grund genug also, sich mehr um den Fortbestand unserer Streuobstwiesen zu kümmern!

  1. Vor dem Pflegeschnitt: Völlig überalterter Obstbaum auf dem Spreiberg, der auseinander zu brechen droht. Roter Bellefleur, eine alte Obstsorte.

 

  1. Nach dem Pflegeschnitt: Der Baum wurde ausgelichtet; auch in guten Apfeljahren werden die Äste nicht mehr am Eigengewicht auseinander brechen. Roter Bellefleur, eine alte Obstsorte.

 

3. Hans-Jürgen Geyer vom VNV in luftiger Höhe beim Schneiden eines Spreiberg-Obstbaums.